Konflikte lösen
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Abstillen in 4 Phasen

Muttermilch – Der Zaubertrank

Die Nähr- und Inhaltsstoffe in der Muttermilch passen sich der Entwicklung unserer Kinder in jeder Phase an. Muttermilch schützt vor Infektionen und Krankheiten. Darüber hinaus wirkt das Saugen beruhigend auf das Kind – meist auch auf die Mama.

Durch das Stillen wird das Kuschelhormon Oxytocin ausgeschüttet, welches den Blutdruck vermindert und uns entspannter macht. Dieses Hormon bewirkt auch, dass wir uns stärker an unser Kind binden.

Zudem decken unsere Kinder (im 2. Jahr) aus der Muttermilch ihren Eiweißbedarf zu 38%; Vitamin A zu 100 %, Vitamin C zu 95 %, Niacin zu 41 %, Riboflavin zu 21 %, Folsäure zu 26 %, Kalium zu 44 %, Eisen zu 50 %.

Abstillen

Das biologische Abstillalter liegt, laut verschiedenen Berechnungen der amerikanischen Anthropologin Katherine Dettwyler, bei mindestens 2,3 Jahren bis maximal 7 Jahren. Gesunde Kinder behalten ihren Sauginstinkt bis zum Alter von 4 – 7 Jahren.

Was wir als Langzeitstillen betrachten, ist in vielen Kulturen die Norm und entspricht dem, was Kinder aus biologischer Sicht „erwarten“.

All diese Informationen lassen die Aussage “WAS, du stillst noch?!” ganz schön blass erscheinen, nicht wahr 🙂 Genervt hat mich derartige Kritik trotzdem.

Mein Stillgeschichte

Mein Herzensglückskind kam per Notkaiserschnitt auf die Welt. Nein, so hatte ich es mir nicht vorgestellt. Und doch war ich froh, dadurch ein gesundes Kind auf die Welt zu bringen. Durch den Kaiserschnitt, ließ der Milcheinschuss auf sich warten. Das “stillfreundliche” Krankenhaus, war alles andere als eine Hilfe um meinen Wunsch nach Stillen zu ermöglichen. Immer mehr drängte man mich, zuzufüttern. Meine jetzige Hebamme sagte mir im Nachhinein, dass kein Grund bestand, an Zufütterung zu denken, denn mein Sohn war mit dem Gewicht weit von der Untergrenze entfernt.

Eine liebe Freundin hat mir eine wunderbare Hebamme empfohlen, so verließ ich nach 3 Tagen das Krankenhaus. Zuhause konnte ich mich entspannen, kurz darauf folgte der Milcheinschuss.  Ich war überglücklich, dass ich nicht zugefüttert habe und so voll stillen konnte.

Das Stillen tat mir volle 7 Wochen, trotz korrektem Anlegen, höllisch weh. Ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, länger als 3 Monate zu stillen. Doch die Schmerzen vergingen und ich lernte die Vorteile vom wunderbaren Stillen kennen. Nachts musste ich nicht aufstehen um Fläschchen zuzubereiten. Mein Kind erhielt genau die Nährstoffe und Vitamine die es brauchte. Ich stillte meinen Sohn ungeniert überall,  in der Trage, im Restaurant, an der Bushaltestelle, bei Verwandten und Bekannten, …

Als mein Sohn 6 Monate alt war, fing ich an die Beikost einzuführen. Immerhin empfiehlt es die WHO ja so. Doch mein Herzensglückskind bevorzugte seine Muttermilch, er aß nicht wirklich viel von meiner liebevoll zubereiteten Beikost. Er war kerngesund und auch nicht gerade mager, deshalb machte ich mir keine Sorgen. Nach und nach kamen nach seinem 1. Geburtstag auch andere Nahrungsmittel auf seinen Speiseplan. Dennoch blieb er ein wahrer Milchvampir. Immer wenn ich in seiner Nähe war, rief er entzückt “BU” (Busen).

Unsere Stillzeit war wunderschön, es berührte mich, wenn er mich während dessen selig ansah und seine Hand behutsam, fast andächtig, auf die Seite meiner Brust legte.

Abstillen?

Nach fast 2 Jahren kam für mich der Punkt, wo ich einfach nicht mehr stillen wollte. Wenn er lauthals “Busen” schrie, verkrampfte sich alles in mir. Es fühlte sich nicht mehr stimmig für mich an. Ich war zunehmend genervt vom dauernden Stillen. Außerdem litt ich an der Hautkrankheit “Rosacea” (eine chronische Entzündung der Gesichtshaut). Zu diesem Zeitpunkt war mein Gesicht dauerhaft rot, ich fühlte mich sehr unwohl in der Öffentlichkeit. Das einzige Antibiotikum, welches mir helfen konnte, durfte ich wegen des Stillens nicht einnehmen.

Klar hatte ich überlegt, darauf zu warten, bis sich mein Sohn von selbst abstillt. Ich denke aber, er hätte meinen Unwillen deutlich gespürt. Das wollte ich ihm und mir nicht antun.

Der Entschluss stand fest

Ich denke ein fester Entschluss ist für das Abstillen Voraussetzung. Auf keinen Fall wollte ich abrupt aufhören zu stillen, es sollte für meinen Sohn so sanft wie möglich geschehen.

Sei dir im Klaren, dass sich kein Kind das Stillen so einfach wegnehmen lässt.

Ich lud ihn zu Kakao und Kuchen ein und teile ihm meinen Entschluss mit. Ich sagte: “Bis jetzt habe ich dich von Herzen gerne gestillt, doch jetzt mag ich meinen Busen wieder für mich alleine haben.” Jede Phase erklärte ich ihm ausführlich.

Meiner Meinung nach, sollte das Abstillen in einer Zeit statt finden in denen nicht gerade ein Entwicklungssprung des Kindes statt findet (wie z.B. mit 1 Jahr, 1,5 Jahre, 2 Jahre 2,5 Jahre, 3 Jahre 3,5 Jahren usw.), denn dieser ist für die Kinder anstrengend genug. Es sollte allgemein eine ruhige, stresslose Zeit zum Abstillen gewählt werden.

Wichtig:

  • Alle Phasen sollten mindestens eine Woche dauern

  •  Ich habe es ganz individuell angepasst. Erst wenn wir die jeweilige Phase “in Griff” hatten, gingen wir zur nächsten über.

  •  Ich empfehle diese Vorgangsweise erst für Kinder ab einem Jahr.

Phase 1 – Nur noch an einem Ort stillen

Ich stillte ausschließlich (auch nachts!) im Bürosessel im Arbeitszimmer. Diesen Platz wählte ich bewusst so, dass er ihn nicht immer in seiner Sichtweite hatte. Es sollte ein Platz sein, wo man nicht dauernd vorbeikommt und das Kind so ans Stillen erinnert. Ich war viel draußen unterwegs, um ihn abzulenken. So verlängerten sich automatisch die Stillpausen.

Phase 2 – Einschlafen OHNE Busen

Das war für uns die anstrengendste Zeit. Ich trug ihn ab diesem Zeitpunkt mit der Trage in den Schlaf, denn ich konnte sein bitterliches Weinen nicht aushalten. Das Tragen vermittelte ihm die Geborgenheit, die er brauchte um einzuschlafen zu können. Man könnte auch versuchen dem Kind die Geborgenheit (die es vorher durchs Stillen bekam) durch Rückenstreicheln oder ähnlichem zu vermitteln.

Ich merkte, dass er es besser annehmen kann, wenn ich mein “Nein” zum Stillen mit entschlossener, ruhiger Stimme sagte. Wenn ich dagegen mit schlechtem Gewissen und zögernd “Nein” sagte, dauerte es viel länger bis er sich wieder beruhigte. Deshalb finde ich es so wichtig, dass man sich absolut sicher mit seiner Entscheidung ist.

Phase 3 – Weiterschlafen OHNE Busen

Bisher war er gewohnt auch nachts seinen Nahrungsbedarf zu stillen. Einmal in der Nacht gab ich ihm (in unserem Fall Joghurt) etwas zu essen. Ich trug ihn nun auch, wenn er nachts aufwachte. Es waren für mich sehr “sportliche” Nächte. Doch mit meinem weinenden Kind im Bett zu liegen, hätte mir mehr Kraft gekostet. Nach einigen Nächten wachte er nur noch ein mal auf. Vorm Schlafengehen stillte ich ihn ausgiebig, die nächtliche Stillpause legte ich von 20.00 bis 7.00 morgens fest.

Phase 4 – Die Stillpausen tagsüber verlängern

Ich verbrachte viel Zeit draußen, bzw. besuchte Verwandte und Bekannte. Außerdem stillte ich ihn immer erst nach dem Essen. Er aß so mehr, als wenn sein Bauch schon voll mit Muttermilch gewesen wäre. Diese Phase dauerte bei uns zirka 3 Wochen, wir stillten am Schluss nur noch morgens und abends. Die Muttermilch wurde so immer weniger. Mein Sohn akzeptierte leider nie einen Schnuller, ich denke dieser wäre eine große Hilfe gewesen.

Das Ende

Mein Herzensglückskind stillte an diesem Tag morgens nur ganz kurz, ich wusste, dass dies das Ende unserer wunderbaren Stillbeziehung war. Als er abends stillen wollte nahm ich ihn statt dessen hoch und trug ihn eine Weile. Kein Protest, kein Weinen und auch kein Versuch zu Stillen kam von ihm. Als mein Sohn schlief, heulte ich wie ein Schlosshund.

Der Abschied von unserer Stillbeziehung tat so weh und war gleichzeitig so erleichternd für mich. Nach wie vor, wachte er einmal nachts auf und wollte sein Joghurt haben. Nach einem Monat schlief er durch. Bis heute legt er beim Einschlafen seine Hand (oder sein Gesicht) in meinen Ausschnitt 🙂

Zuerst nachts abzustillen, hat den Vorteil, dass die Kleinen ihren großen Milchhunger nicht nachts stillen müssen, sondern schlafen können.

Ich kann euch für jede Art von Stillfragen die La Leche Liga von Herzen empfehlen. Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen geben per Mail, per Telefon oder persönlich (in den Stilltreffen) kostenlose Hilfestellungen rund um das Thema Stillen. http://www.lalecheliga.at

Solange Mutter und Kind mit dem Stillen zufrieden sind, gibt es absolut keinen Grund abzustillen. Eure Stillbeziehung ist etwas ganz besonderes, lasst es euch von Kritik von außen nicht kaputt machen!

Alles Liebe
Andrea

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Kategorie: Konflikte lösen

von

Andrea

Ich bin glückliche Mama eines Sohnes. Kaffee und Kuchen, Querdenken, sowie THE WORK sind meine Leidenschaften. Mein Herz schlägt für eine gleichwürdige Beziehung zwischen Eltern und Kindern. Ich mag dabei helfen, dass ihr euch mit eurem kleinen Menschen wieder verbinden könnt!

20 Kommentare

  1. Avatar
    Jonna sagt

    Hallo Andrea, toller Artikel vielen Dank!
    Mein Sohn ist 23Monate alt. Wir stillen nur noch nachts und morgens.
    Er schläft in seinem Bettchen ein. Es dauert ziemlich lange bis er zu Ruhe kommt und er weint auch öfter. wenn er wacht wird hole ich ihn ins große Bett.
    Dann ist es meist sehr unruhig und zw. Kurzen Schlafpausen nuckelt er die ganze Zeit an der Brust. Wechselt die Seiten setzt sich hin legt sich auf mich um die Brust wieder zu wechseln. in den morgen Stunden ist dann auch dauernuckeln abgesagt und er möchte sich gar nicht mehr trennen. Teilweise bin ich leider durch schon ziemlich genervt wenn ich total erschöpft bin und einfach nur noch schlafen möchte.
    Ich würde gerne Tips von dir umsetzen. Müsste ich jetzt nachts aufstehen und den Ort zum stillen Wechseln? Aber was dann versuchen ihn in seinen Bett hinzulegen oder bei mir? Wenn ich ihm die Brust nachts nicht geben wollte weil es mir zu viel wurde, dann hat er gleich so soll geschrien dass ich doch nachgegeben hab.
    Seine Schwester ist mit ihm in einem Zimmer bzw. Nachts kommt sie zu mir rüber. Ich fürchte also dass ich dann 2 wache evtl. Schreiende Kinder habe…

    • Avatar
      Andrea sagt

      Hallo Jonna,

      ich kann dir nur sagen wie ich es gemacht hab … Ja, ich habe auch nachts unseren fixen Stillort aufgesucht, wenn mein Sohn stillen wollte. Und anschließend habe ich ihn in der Trage in den Schlaf getragen. Es ist so, dass dafür seine Brücke in den Schlaf das Stillen war und diese Brücke habe ich dann mit dem Tragen ersetzt. Ja, es war sehr anstrengend, doch für mich war das nicht so anstrengend wie sein Weinen zu ertragen. Durch die schaukelnde Bewegung und die Enge in der Trage hat er in den Schlaf gefunden. Du kannst auch gemeinsam mit deinem Kind eine andere “Brücke” in den Schlaf kreieren. Vielleicht kann er bei euch im Bett schlafen damit er seine Schwester nicht weckt. Ich denke es hilft das ganze als vorübergehenden Prozess zu sehen. Und ja, es war für meinen Sohn und mich oft anstrengend. Ich würde abwiegen ob das der richtige Zeitpunkt ist.

      Ich wünsche euch einen Weg der für euch beide passt <3

      Liebe Grüße
      Andrea

  2. Avatar

    Wunderbare Worte, meine Tochter ist jetzt auch zwei Jahre und 6monate jung . Wir sind eigentlich fast am Ende unserer wunderbaren Beziehung , am Tag fragst sie nun nicht mehr , auch nachts klappt es nun wenn sie aufwacht , dann möchte sie ihr Kaba der jetzt sehr wichtig geworden ist für sie ! Nur einschlafen möchte sie nicht ohne ihren geliebten Busen sei es zum Mittagsschlaf oder abends das lässt sie sich nicht nehmen , (noch nicht). Ich genieße die letzte Zeit mit ihr noch , aber bin auch froh wenn ich meinen Körper wieder für mich habe , aber auf der anderen seite bin ich wirklich unendlich traurig weil dieses Band zwischen mir und ihr, sowas wunderschönes, inniges, und ruhiges ist , die wunderbaren zarten Momente die nie wieder kommen …😔 . Danke jedenfalls für deine Worte , ich weiß jetzt das ich mit meinem Gefühl nicht allein bin . Lg Jana und klein Luisa

  3. Avatar
    Anonymous sagt

    Hallo Andrea,
    DANKE. Ich habe deine Anleitug gefolgt und es war einfach, nach 26 Monaten, meinem Sohn zu Abstillen. Jede Phase hat er mitgemacht wie selbstverständlich. Ich hätte es nie im Leben gedacht, dass wir ohne Tränen und Traumas, das Abstillen schaffen könnten.
    Vielen Dank nochmal.
    Liebe Grüße,
    FKN

  4. Avatar

    Hallo, dein Artikel war sehr ergreifend für mich. Meine Kleine wird im Februar 3 und ich habe mir schon oft vorgenommen abzustillen. Ich bin mir nur nie sicher, ob jetzt gerade der richtige Zeitpunkt ist. Tagsüber stillen wir garnicht mehr, es beschränkt sich auf das Einschlafritual und das nächtliche Aufwachen. Nach dem Aufwachen Zuhause fordert sie auch Mamimilch, aber das findet nur am Wochenende statt, da ich in der Woche morgens schon arbeiten bin wenn sie aufsteht und dann hält sie den Mittagsschlaf im Kiga. Jetzt wirkt es so, als wenn letzte Woche die Trotzphase gestartet wäre. Sie ist sehr willensstark kreischt und wirft zb. ihren Schal durch die Gegend, wenn es darum geht ihn anziehen zu müssen. Ich bin nicht sicher, ob dies jetzt der richtige Zeitpunkt ist. Mich stört es nicht sie zu stillen, einzig die Tatsache zb in der Weihnachtszeit mal einen oder zwei Glühwein oder auf Feiern etwas zu trinken drängen mich zum abstillen. Ein weiterer Grund wäre gemeinsame Zeit mit meinem Mann, Abends mal wieder weg gehen und die Kinder übernachten bei den Großeltern…das wäre toll. Ich weiß allerdings nicht, ob diese Gründe es wert sind diese tolle Zeit abzuschließen. Ich liebe es sie zu stillen und dabei an ihrem Köpfchen zu riechen. Sie hat vor Freude Tränen in den Augen, wenn sie weiß jetzt gleich wird gestillt. Kann ich ihr ihr Liebstes schon wegnehmen ….. dazu muss ich sagen, sie war Kind Nr. 3 und kam unverhofft. Ich genieße es total sie jetzt nochmal als Nachzügler ganz bewusst zu erleben

    • Avatar
      Andrea sagt

      Hallo 🙂

      Danke für dein Feedback.

      Du hast dich im Text wunderschön reflektiert. Und ich denke die Entscheidung wird kommen, wenn sie reif ist. Deine Erzählung vom Stillen hört sich so liebevoll an.
      Ich wünsche euch eine schöne Rest-Stillzeit.

      Liebste Grüße
      Andrea

    • Avatar
      Katharina sagt

      Hallo,
      ich stille mein Kind (vor einem Monat 3 Jahre alt geworden) auch noch und es klappt trotzdem problemlos, dass es mal bei Oma oder Opa schläft, auch schon eine Woche am Stück. Die Milch geht trotzdem nicht weg und er schläft super bei den Großeltern ein. Abends mal weggehen und stillen schließt sich also nicht unbedingt aus! 🙂
      Viele Grüße!

  5. Avatar
    Mirjam sagt

    Liebe Andrea
    Danke für Deinen Artikel! Vielleicht hast Du einen Idee zu meiner Stillsituation?
    Meine Tochter ist jetzt 29 Monate alt und ich bin genervt vom vielen Stillen. Wenn ich mit ihr zuhause bin, will sie ca alls 30 Minuten einen kleinen “Shot”. Draussen stillen wir nicht mehr, das geht ziemlich gut, und wenn ich arbeite (Drei Tage die Woche) ist sie auch bis zu 10 Stunden ohne Stillen. Seit zwei Monaten stille ich sie abends nicht mehr zum einschlafen, d.h. wir stillen noch auf dem Stuhl bis sie sich beruhigt hat und dann gehen wir ins Bett, wo wir nur noch kuscheln, nicht mehr stillen. Und jetzt meine Frage: in letzter Zeit habe ich den Eindruck, dass sich die Fronten verhärten: Sie will nicht mehr ins Bett (schläft erst ca um 23:30), Pijama anziehen und Zähneputzen geht nur noch, wenn mein Mann sie festhält. Sie will wieder gestillt werden zum Einschlafen und brüllt wie am Spiess, wenn ich vom Stuhl aufstehen will, auf dem wir gestillt haben. Das hat zur Folge, dass ich sie festhalten muss, damit sie nicht wegrennt, bis sie vom Brüllen in den Schlaf fällt. Ich frage mich, warum das, und was ich tun kann! Auch am Tag, wenn mein Mann und ich beide da sind, will sie nichts mehr von mir wissen. Ist sie einfach noch nicht bereit zum Abstillen? Aber was mache ich mit meinen Bedürfnissen, wenn ich keine Lust mehr habe zum stillen?
    Beste Grüsse
    Mirjam

    • Avatar
      Andrea sagt

      Hallo Mirjam,

      oje, das hört sich nach viel Stress an.
      Ich denke deine Tochter könnte einen Entwicklungsschub haben. Zu bestimmten Zeiten vernetzen sie die Gehirnbahnen neu. Deine Tochter beginnt gerade ihr “Ich” zu entdecken. Ich meine, das ist für die Kinder sehr verwirrend und anstrengend.

      Es hört sich so an als wäre das Nicht-Stillen am Abend anstrengender als das Stillen. Vielleicht magst du alles auf das Einschlafstillen beschränken. Es liest sich so, als wäre das gerade das Wichtigste für sie. Also, dass du sie nur noch zum Einschlafen stillst. Bis sich eure eingefahrene Situation wieder gelöst hat.

      Ich denke, eure Beziehung leidet ansonsten zu sehr. Und ich würde sie nicht festhalten. Ich lese dass, ihr beide (bzw. ihr alle drei) in Not seid. Wie könnt ihr es euch leichter machen?

      Liebe Grüße
      Andrea

  6. Avatar
    Mia Long sagt

    Hallo Andrea,

    Wir haben gestern mit dem Einschlafstillen aufgehört und das ginf nur mit tragen,da sich unsere Tochter innerhalb von zwei Minuten schon ziemlich in Tage geschrien hat und wir das nicht ertragen können. Tragen war super, aber ich habe etwas Sorge, dass das jetzt zur Gewohnheit wird. Wie war das bei euch? Hat er dann einfach angefangen anders einzuschlafen? In der Kita oder auch manchmal zu Hause ist das bei uns gar kein Problem. Habt ihr mit dem nächsten Schritt erst weitergemacht als er auch im Liegen einschlafen könnte?
    Wäre super dankbar über ein Feedback, auch von anderen Müttern hier…

    Danke!
    Mia

  7. Avatar
    Stefanie Lais sagt

    Liebe Andrea,
    Bin so froh dass ich auf deinen Artikel gestoßen bin! Meine kleine Isabel wird in zwei Wochen 22 Monate und kam bis vor zwei Wochen noch alle zwei bis drei Stunden Tag und Nacht! Hatte mir immer vorgenommen ein Jahr zu stillen, weil sie aber ein Schrei Baby war hat man mir empfohlen sie so lange wie möglich zu stillen. Mit 16 Monaten war sie endlich kein Schrei Baby mehr sondern rund um ein glücklicher kleiner Sonnenschein!! Ich ließ noch unseren Urlaub vorbei geh’n und nahm mir vor bis zum 22. Monat ist abgestillt. Und da Sitz ich nun, mit praller Brust in Phase 4. Ich hatte nur drei anstrengende Nächte und kann es selbst nicht glauben dass es jetzt doch so schnell ging. Sie schläft viel besser und das auch zum mittagschläfchen. …hätt ich dass nur vorher gewusst..hätte es aber auch nicht geglaubt wenn man es mir gesagt hätte ;-D ich denke ich werde heute morgen dass letzte mal stillen!!!
    Danke nochmal, dieser Artikel war genau das richtige für uns!!!

    • Avatar
      Andrea sagt

      Liebe Stefanie,

      puh, das hört sich sehr anstrengend an 🙁

      Und wie schön, dass ihr einen Weg für euch gefunden habt.

      Danke für deine Worte, ich freu mich sehr dass dir mein Artikel gefallen hat 🙂

      Liebste Grüße
      Andrea

  8. Avatar
    Katharina sagt

    Hallo Andrea
    Ein wirklich wunderbarer Artikel. Wir sind auch gerade am Abstillen und ungefähr in Phase 3 angekommen, was bei uns bedeutet das abendliche einschlafstillen abzuschaffen oder auch alleine einschlafen heißt.
    Phase eins war bei uns das nur noch auf dem Sofa oder im Bett gestillt wurde irgendwann dann nur noch im Bett.
    Tagsüber stillen wir inzwischen gar nicht mehr, ganz ganz selten fragt sie mal nach, aber das ist eigentlich auch nur ein Spiel oder so, denn wenn ich Nein sage ist es auch ganz schnell wieder vergessen.
    Heute fragte meine Tochter nach einem Schnuller sie hat sonst nie Schnuller benutzen und ich bin jetzt am überlegen ihr den als Ersatz für meine Brust anzubieten. Vielleicht ist das ihre Lösung um alleine einschlafen zu können und dann vielleicht auch in aller Ruhe durchschlafen zu können.
    Ich werde das morgen mit dir besprechen mal sehen was sie sagt 😉
    meine kleine Maus ist übrigens zweieinhalb also für mich genau das richtige Alter um langsam aber sicher abzustillen.
    Die lalecheliga finde ich auch total Klasse und kann sie nur allen Mütter weiter empfehlen! Ich bin inzwischen auch selbst Mitglied in diesem Verein und helfe ab und zu bei unserem örtlichen Stilltreffen mit.
    Liebe Grüße Katharina mit Milchmonster Alina

    • Avatar
      Andrea sagt

      Liebe Alina

      danke für dein Feedback! Ich freu mich voll zu lesen, wie gleichwürdig du mit deiner Tochter lebst <3

      Ich wünsche euch ein sanftes Abstillen!

      Liebste Grüße
      Andrea

      P.S.: Mach dir ganz viele emotionale Fotos von eurem Stillen!

  9. Avatar

    Hallo Andrea,
    vielen Dank für deinen tollen und informativen Artikel! Unser zweites Kind wird jeden Moment auf die Welt kommen und ich hoffe sehr, dass bei uns das Stillen ebenfalls gut laufen wird. Gleichzeitig Machenschaften mir jetzt schon Gedanken wie lange ich wohl “durchhalte”, denn ich teile dein Problem mit der Rosacea und schon jetzt am Ende der Schwangerschaft zeigt sich die zunehmende Ausbreitung 🙁
    Ich habe mir vorgenommen von Tag zu Tag zu gucken und dann einfach mal zu sehen wie weit wir kommen…
    Liebe Grüße Ina

    • Avatar
      Andrea Schiefer sagt

      Liebe Ina!

      Ich wünsche euch eine schöne Geburt ❤️

      Danke für deine positive Rückmeldung !

      Ich kann mit dir mitfühlen. Es ist echt eine blöde Situation, einerseits wollte ich meinem Sohn die wunderbare Muttermilch nicht vorenthalten, andererseits war dieser Anblick im Spiegel so belastend für mich. Naja in Wirklichkeit war es belastend, wenn man mir in mein wirklich unschönes Gesicht sah …

      Ich habe auch von Tag zu Tag geschaut, wie lange es für mich geht.

      Alles Liebe
      Andrea

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