Alle Artikel in: Was kann ich für mich tun?

Anfängergeist

Wie der Anfängergeist dir hilft, in die Gegenwart zu kommen

Anleitung zum Unglücklichsein   „Schubs mich nochmal an, Mama!“ ruft mein Sohn quietschvergnügt. Ich überlege gerade, was ich heute kochen soll. Nein, ich koche nicht besonders gerne. Mein Mann und mein Kind sind noch dazu nicht gerade leicht zufriedenzustellen. Mal überlegen, Spaghetti Bolognese? … nein, das hatten wir erst vor zwei Tagen … Mohnnudeln? … Hm, etwas gesündere Kost würde uns nicht schaden … Ah, ich hab´s: Gemüseauflauf! … Hm, da bräuchte ich noch ein paar Kartoffeln. Mist, der Laden um die Ecke schließt in 10 Minuten! Wie mache ich jetzt meinem Kind klar, dass wir jetzt sofort gehen und wir nicht (wie versprochen) noch eine viertel Stunde, hier auf dem Spielplatz bleiben? Das gibt bestimmt ein riesen Theater. In letzter Zeit habe ich sowieso das Gefühl, dass ich mich ganz schön oft nach meinem Kind richte. Mein Sohn verweigert sich jetzt bestimmt total, wenn ich ihm meine Pläne eröffne. Ich hasse es, wenn ich ihn zu etwas überreden muss. Wenn ich ihm meine Pläne ankündige, schreit er bestimmt die ganze Stadt zusammen und alle denken, …

Eltern-Meditationsreise

Ich habe keine Zeit für mich! – oder doch?

Keine Vergangenheit, keine Zukunft … kein Problem.   „Man braucht ein Dorf um ein Kind groß zu ziehen“, wie habe ich diesen Spruch gehasst! Warum? Ich hatte einfach kein Dorf. Damals lebten wir 800 km von meinem ursprünglichen Heimatort entfernt. Mein Sohn war gerade 2 Jahre alt, ich kannte dort keine Menschenseele. Mein Mann arbeitete von früh bis spät. Es gab tagsüber nur mich und mein Kind. Keine Oma, die mir eine Pause verschaffen konnte. Keine Tante, welche es mir ermöglichte durchzuatmen. Ich sehnte mich manchmal schon nach dem Aufstehen danach, dass es endlich Abend wird. Damit ich endlich Zeit für mich und meinen Partner habe. Doch oft holte mich genau dann die Müdigkeit ein und schickte mich früh ins Bett. Ich verbrachte viel Zeit damit, deshalb in einem Meer voller Selbstmitleid zu ertrinken. Mein Fokus richtete sich stets auf den scheinbaren Mangel an „Zeit für mich“. Meine Überzeugung war, dass ich tagsüber nicht wirklich, ich sein kann. Denn ich musste mich um mein Kind kümmern, eben Mama sein. Stets dachte ich wehmütig „Ich habe keine …

Schuldgefühle trennen die Verbindung zu unserem Kind

Schuldgefühle trennen die Verbindung zu unserem Kind

Ich mag euch ein Erlebnis erzählen, welches mir heute noch Tränen in die Augen treibt: Ein Ausraster mit Folgen Gerade will ich meine Zähne putzen, da höre einen lauten Knall, der aus dem Wohnzimmer kommt. Jetzt stehe ich wie angewurzelt in der Türe. Am Wohnzimmerboden glitzern tausend kleine Glasscherben, auf ihnen liegen weiße Pünktchen, das Wasser bildet kleine Wasserlachen, eine kopflose Ballett-Tänzerin liegt vor meinen Füßen. Ich spüre, wie mein Gesicht heiß wird. Mein Atem wird schneller. Meine Augen sind weit aufgerissen, meine Fäuste ballen sich. Der Schmerz in meiner Herzgegend verformt sich zu einem gnadenlosen Wutdrachen. Ohne nachzudenken brülle ich: „Kannst du nicht aufpassen? Du Blödmann, hast meine Schneekugel zerstört!“