Innere Welt der Kinder, Liebe
Schreibe einen Kommentar

Kinder sind weder gut noch böse!

Kinder sind weder gut noch böse

Welches Menschenbild haben wir?

Menschenbild 1

Wir müssen unsere Kinder formen, weil sie im tiefsten Inneren „böse“ sind.

Wir müssen erziehen und sie so auf den rechten Weg bringen. Wir müssen unerwünschtes Verhalten sofort bestrafen. Denn ansonsten wird das Kind, das Böse in ihm entfalten. Wir kritisieren das Kind am besten immer, wenn es was falsch macht, denn sonst wird nichts aus ihm.

Kinder sind egoistische Wesen, die sich ohne unsere Maßnahmen niemals in Menschen einfühlen können. Sie verletzten andere Kinder, weil es ihnen Spaß macht. Sie bemalen unsere Wände, weil sie uns verletzen wollen. Wir müssen jene Verhaltensweisen immer sofort bestrafen. Wir brauchen nicht nach dem Grund forschen, denn sind die Kinder im inneren unfertig und egoistisch.

Wir müssen unsere Kinder belohnen und bestrafen, denn nur so kann es lernen ein guter Mensch zu werden. Wie wir aus Versuchen mit Mäusen wissen, laufen die Mäuse irgendwann durch das erwünschte Zieltor, wenn man sie nur lange genug mit Stromstößen bestraft und mit Futter belohnt.

Wenn wir nur lange genug durchhalten, strikte Regeln für unsere Kinder aufstellen und auf kommen und wollen konsequent sind, dann können wir ihnen das Böse austreiben. So können wir die Kinder zu gehorsamen Menschen machen.

So können die Eltern nach dem Motto leben. „Kind, du machst was ich sage, deine Bedürfnisse sind mir nicht wichtig.“ Wir Eltern wollen gehorsame Kinder haben, aber nicht mit ihnen in Beziehung treten. Deshalb werden jene Kinder im späteren Leben immer nur oberflächliche Beziehungen eingehen können, denn sie wollen nicht mehr verletzt werden.

Wir, als Eltern, sind uns sicher, alles richtig zu machen, wenn in der Familie vor allem Disziplin herrscht.

  • Wenn wir auf eine Entschuldigung bestehen, werden sie lernen sich zu entschuldigen, ohne es zu meinen.
  • Wenn wir Gehorsam von ihnen verlangen, werden sie lernen, dass der Stärkere gewinnt.
  • Wenn wir sie zwingen das „Zauberwort“ zu sagen, werden sie ein blechernes, unechtes „Danke“ lernen.
  • Wenn wir sie nur lieben, wenn sie so sind wie wir sie gerne hätten, werden sie die Liebe als ein beinhartes Tauschgeschäft sehen.
  • Wenn wir sie nur als Befehlsempfänger sehen, werden sie aus Angst vor neuerlichen Verletzung keine tieferen Beziehungen mehr eingehen.
  • Wenn wir unseren Kindern künstliche Grenzen setzen, werden sie lernen andere zu begrenzen.

(Ich habe dieses Menschenbild absichtlich überzogen dargestellt, um die Subjekt-Objekt-Beziehung, die dahinter steht, deutlich zumachen!)

Menschenbild 2

Kinder sind weder gut noch böse.

 

Der Mensch ist von Natur aus stärker auf Zusammenarbeit statt auf Konfrontation aus. Uneigennütziges Handeln war in der Evolution schon immer ertragreicher als egoistisches.

Die Natur hat uns programmiert mit anderen zu teilen. Kooperation und Selbstlosigkeit sind natürliche Instinkte, welche Kinder im Inneren tragen.

Wir können darauf vertrauen, dass unsere Kinder kooperieren wollen, denn sie lieben uns bedingungslos. Ja, selbst Eltern die ihre Kinder misshandeln, werden von ihren Kinder bedingungslos geliebt. So stark ist die Liebe für uns Bezugspersonen.

Natürlich sind wir Eltern für die Sicherheit unserer Kinder zuständig, sie können zum Beispiel die Gefahr im Straßenverkehr noch nicht abschätzen. Sie können aufgrund ihres Entwicklungsstandes bestimmte Gefahren noch nicht einschätzen.

Doch sie wissen ganz genau, wann sie satt sind, wann sie müde sind, wann kuscheln möchten, usw.

Es hat immer einen Grund warum Kinder bestimmte Verhaltensweisen an den Tag legen. Wir können uns in die innere Welt der Kinder begeben und ihre innere Not erforschen. Kein Kind möchte irgendjemandem absichtlich weh tun. Es ist vielleicht noch nicht reif genug sich anders auszudrücken. Das Verhalten ist vielleicht ein Hilferuf, welchem wir nachgehen können.

Wenn Kinder hauen, tun sie das nicht weil sie uns weh tun wollen, sie können es nur noch nicht anderes ausdrücken. Hier habe ich darüber geschrieben: Es ist O.K. wenn mich mein Kind haut!

Wenn Babys beim Schlafenlegen weinen, wenn wir sie alleine lassen, wollen sie nicht die Macht an sich reißen, sondern erleben geradezu Todesangst. In meiner Rezension findet ihr näheres dazu: Rezension “Schlaf gut, Baby!”

Wenn Kinder „anstrengend“ sind, liegt ein tieferer Grund dahinter. Hören wir auf es persönlich zu nehmen, oder uns nur auf das unerwünschte Verhalten zu konzentrieren. Nutzen wir lieber die Chance uns auf Augenhöhe mit dem Kind zu begeben und finden wir heraus was ihr innerer Schmerz ist bzw. was ihr aktueller Entwicklungsstand ist.

Lasst uns Gärtner sein, die unsere zarten Kinderpflänzchen gießen und sie wachsen lassen, statt an ihnen zu ziehen und sie formen zu wollen.

Lernen über Vorbilder

 
„… Sie müssen begreifen, dass 90 Prozent der „Erziehung“ dadurch geschieht, dass Kinder sich intuitiv an Vater und Mutter orientieren: Sie findet gewissermaßen zwischen den Zeilen statt – dadurch, wie die Eltern miteinander umgehen, mit den Nachbarn, den eigenen Eltern, wie sie streiten, essen, wie sie lieben.“
 
Jesper Juul
 
 
 
  • Wenn wir Fehler machen, und ihnen anschließend sagen,  dass es uns leid tut. Dann lernen sie um Verzeihung zu bitten.
  • Wenn wir unsere Kinder respektvoll behandeln, werden sie Menschen respektvoll behandeln.
  • Wenn wir „Bitte“ und „Danke“ zu ihnen sagen, werden sie es uns nachmachen und es wird von Herzen kommen.
  • Wenn wir sie bedingungslos lieben, lernen sie ohne Forderungen zu lieben.
  • Wenn wir mit ihnen in Beziehung treten, sie verstehen wollen und uns in sie einfühlen, werden sie diese Art von Beziehung auch zu anderen Menschen eingehen wollen.
  • Wenn wir den Kindern unsere Grenzen zeigen, werden sie lernen, dass sie die Grenzen anderer kennen lernen können.

Das Geheimnis heißt:

Beziehung statt herkömmliche Erziehung!

 

Die goldenen Regeln des Umgangs mit Kindern von Jesper Juul:

Nutze deine Intelligenz, Neugier und Empathie, um dein Kind in den ersten drei Jahren seines Lebens kennen zu lernen. Verbringe so viel Zeit wie möglich mit ihm; wir sollten die Erziehung nicht schon mit sechs oder zwölf Monaten Institutionen überlassen, etwa den Erzieherinnen im Hort. Wenn du nicht weiterweißt, frag dein Kind um Hilfe und Inspiration – kommuniziert miteinander! Achte auf die Botschaften deines Kindes, nicht nur auf das, was es sagt, und nimm das ernst. Gewinne Klarheit über dich selbst und versuche, du selbst zu sein, denn das hilft nicht nur in der Beziehung zum Kind, sondern in allen Beziehungen.

Sei du selbst die Veränderung, die du in deinem Kind sehen willst.

 

Es liegt alleine an uns, ob wir unser Kind nur zum guten Befehlsempfänger machen wollen, oder ob wir ihm helfen, sein volles innerliches Potenzial zu entfalten.

Lasst uns weggehen von der Subjekt-Objekt-Beziehung, hin zu einer gleichwürdigen Subjekt-Subjekt-Beziehung!

Ich wünsche euch alles Liebe

Andrea

Willst du deine Wut zähmen? Dann hol dir das kostenloses EBook 

 

Werbung – Affiliate Link: Wenn ihr das Buch bestellen wollt und meinen Blog unterstützten mögt, freue ich mich, wenn ihr es über den unten angeführten Link bestellt. Euch entstehen dabei keinerlei Mehrkosten!

Im Buch Liebe und Eigenständigkeit  schreibt Alfie Kohn darüber was wirklich zählt in der Beziehung zu unseren Kinder.

“Achtung! Dieses Buch öffnet einem die Augen, erschüttert eingefahrene Denkmuster und hilft uns am Ende, zu unserer eigenen Intuition zurückzufinden und bessere Eltern zu werden.” <3

Teile den Beitrag, wenn er dir gefallen hat!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.