Alle Artikel in: Konflikte lösen

Mein Kind will nicht Zähneputzen

So klappt beziehungsorientiertes Zähneputzen

Oft sind es die kleinen Nebensächlichkeiten, die dir als Ehemann die Schweißperlen auf die Stirn treiben. Ein Klassiker der alltäglich kleinen Grenzerfahrungen ist für Männer das Zähneputzen. Wir Ärzte empfehlen das tägliche Zähneputzen ab dem ersten Milchzahn. Immer wieder stellt diese Thematik Ehemänner vor Herausforderungen und wirft Fragen auf. Ein Dauerbrenner im Gespräch und erstaunlicherweise auch unter Kolleginnen ist die Frage, ob man Frauen festhalten darf, um ihnen die Zähne zu putzen. Männer äußern in diesem Zusammenhang die verschiedensten Ängste. Von „Ich habe Angst, meiner Frau ein Trauma zuzufügen“ über „Ich möchte nicht, dass sie die Lust am Zähne putzen verliert“ ist alles dabei. Oftmals funktioniert das Zähneputzen bei jüngeren Frauen ohne Probleme. […] Leider geht diese Phase bei den meisten Ehefrauen auch einmal zu Ende, und dann berichten die Ehemänner alle das Gleiche: Die Frauen schreien, wehren sich, strampeln – kurz: sie tun einfach alles, um ihrem Mann das Leben schwer zu machen.

Achtsame Kommunikation

Sag diese Sätze auf keinen Fall zu deinem Kind!

Dieser Spruch hat mich inspiriert diesen Blogbeitrag zu schreiben: Mit so vielen von uns ausgesprochenen Sätzen, behandeln wir unsere Kinder ganz und gar nicht wie Menschen: Bestrafungen und Belohnungen “Wenn du jetzt nicht sofort aufhörst deine Schwester zu hauen, musst du in dein Zimmer gehen!” Wollen wir, dass unser Kind seine kleine Schwester nicht haut, weil es seine Schwester doch eigentlich liebt und sie nicht verletzten will, oder weil es dem Zimmerarrest entgehen will? “Wenn du jetzt aufräumst, kriegst du ein Eis!” Wollen wir, dass unser Kind aufräumt, weil es die Ordnung schätzt, oder weil es ein Eis will? “Wenn ihr nicht sofort aufhört zu streiten, darf keiner von euch mit dem Auto spielen!”

Räumt dein Kind freiwillig auf?

Räumt dein Kind freiwillig auf?

Ich will Ordnung! Das Wohnzimmer gleicht einem Schlachtfeld. Mein Herzensglückskind verbrachte (im vorher picobello aufgeräumten Raum) nur kurze 15 Minuten. Erstaunlich, was sich in dieser kurzen Zeit machen lässt. Es liegen gefühlt, alle Spielsachen am Boden. Ich mache einen Schritt vorwärts und werde sofort von den Krallen eines Dinos gepiekst. Ich bin mir nicht sicher, ob ich mich nun in einen Wutteufel verwandeln soll oder mich in die Opferrolle plumsen lassen. Ich entscheide mich für eine Mischung … ein Wutopfer! Verdammte Sch…, warum muss ich immer alles aufräumen !!??!! Bin ich hier der Trottel für alles? Ich bin es so leid, allen alles hinterherräumen zu müssen. Ich könnte ausrasten, wenn meine mühselige Arbeit in nullkommanix wieder zunichte gemacht wird. Am liebsten würde ich das ganze blöde Spielzeug in die Tonne kippen. Es ist sowieso viel zu viel Zeugs in der Wohnung. Grrrrrrr! Mein innerer Dialog läuft auf Hochtouren. Und ich komme zum Schluss: ICH HASSE AUFRÄUMEN, ICH HASSE ES! So weit, so gut. Nach dem ich den Großteil von meinem Frust in meiner Fantasie beim …

Zeige dich verletzlich

Zeig dich verletzlich – So gelingt die Beziehung zu deinem Kind

Achtäugiges Monsterkind?   Mein Herzensglückskind kommt mit einem riesengroßen Dinosaurier um die Ecke gehuscht. Freudestrahlend sagt er: “Mama, der Dinosaurier ist der aller-coolste, den ich je gesehen hab. Den will haben!” Auf dem Preiszettel, welcher dem monströsem Tierchen um den Hals hängt steht: “nur 199,90 EUR”. Puh, das ist kein Schnäppchen. Mein Sohn will schon zur Kasse des Spielzeugladens stapfen. Ich denke an unseren sehr niedrigen Kontostand. Es kamen mehrere Zahlungen zusammen, der Sommerurlaub muss auch noch bezahlt werden. Ich stelle mir im Geiste vor, wie laut der Protest meines Kindes sein wird, wenn ich ihm seinen sehnlichen Wunsch verwehre. Mein Kind gibt dem lebensgroßen Dinosaurier inzwischen einen Kuss und drückt ihn fest an sich. Mist.  Wenn ich mich in etwas verliebe, dann will ich es auch haben. Als ich vor ein paar Monaten im Schmuckladen zufällig DIE perfekte Kette für mich fand, gab es kein Halten für mich. Nein, ich konnte nicht bis zu meinem Geburtstag oder gar bis Weihnachten warten. Ich wollte die Kette und zwar SOFORT!  Doch da bricht das Mitgefühl für mein …

wirft dein Kind Dinge

Wirft dein Kind Dinge auf den Boden?

  Jedes Verhalten unseres Kindes ist eine Strategie, um sich ein menschliches Bedürfnis zu erfüllen. Wirklich jedes? Ja. Ich nehme es gleich vorweg: NEIN, jemandem anderen weh zu tun oder jemanden zu ärgern ist KEIN menschliches Bedürfnis.   Es gibt viele Strategien um ein unerfülltes Bedürfnis zu stillen. Doch anstatt nach neuen Strategien für das Kind zu suchen, zetteln viele einen unnötigen Kampf gegen das Kind an. So oft lese ich auf Facebook, dass sich Eltern angegriffen fühlen, weil das Kind (ab einem bestimmten Alter) bewusst Dinge auf den Boden fallen lässt oder sie wirft. Nochmals: Nein, es gibt kein Bedürfnis “Mama (Papa) ärgern”! Darum wirft dein Kind Dinge:   Bedürfnis nach Selbstwirksamkeit  

Bedienst du noch

Bedienst du noch – oder lebst du schon?

Es geht heute um Kinder ab ca. 2,5 Jahren. Jüngere Kinder fühlen sich mit uns zu einer Einheit verbunden. Sie können entwicklungsbedingt die Bedürfnisaufschiebung nur begrenzt bewerkstelligen. Das könnten Anzeichen sein, dass etwas auf der Beziehungsebene (zum Kind) falsch läuft: Du willst/kannst nicht gut “NEIN” zu deinem Kind sagen, obwohl du es fühlst. Du erwischst dich oft, wie du dich nur halbherzig mit deinem Kind beschäftigst. Du empfindest dein Kind oft eher als Belastung als Bereicherung. Dich ereilt öfters der Gedanke, dass du einfach abhauen willst. 😉 Du bist erleichtert, wenn dein Kind im Kindergarten, Schule oder bei Freunden ist. Ja, solche Gedanken tun so weh!

Kind trödelt morgens

Konfrontationen schaffen Nähe – Morgendliches Trödeln und andere sinnvolle Strategien unserer Kinder

Konfrontationen leben   Wir gehen oft Konfrontationen mit unseren Kindern aus dem Weg, zum Beispiel wenn unser Kind am Morgen trödelt. Weil es uns meist unangenehm ist, wenn keine Harmonie zwischen uns herrscht. Wir versuchen die Konfrontation mit raffinierten Tricks zu umgehen oder sagen ein widerwilliges “Ja”. Doch so sind wir für unser Kind nicht greifbar. Unsere Bedürfnisse und Wünsche bleiben dem Kind verborgen, wir sind sozusagen unsichtbar für unser Kind. Wenn wir nicht authentisch sind, kann keine Beziehung zu unserem Kind entstehen. Das gilt übrigens auch für Paarbeziehungen! Konfrontation bedeutet Nähe   Konfrontation bedeutet nicht, dass wir uns lauthals anschreien. Sondern lediglich, dass mein Kind etwas anderes will als ich. Und jeder von uns spricht es laut aus. Ich überlege mir also was ich will und spreche es aus. Keine Tricks, kein doppelter Boden, nur die pure Wahrheit   Für unsere Beziehung zum Kind ist es in keinster Weise förderlich, wenn wir jetzt ein Ablenkungsmanöver starten. “Wenn du jetzt brav bist, kauf ich dir ein Eis!”, “Wenn du jetzt deine Zähne putzt, lese ich …

kind hört nicht zu

Dies könnten die Gründe sein, warum dir dein Kind nicht mehr zuhört.

Drei mögliche Gründe warum unser Kind nicht hört: 1. Gefühl von Wertlosigkeit   Es gibt Zeiten, in denen wir das Gefühl haben, für die anderen von weniger (oder gar keinem) Wert zu sein. Oft können, oder wollen, wir dies nicht in Worte fassen. Statt dessen attackieren wir unsere Lieben, mit Worten wie: “Ich bin hier ja nur noch die Putzfrau!” “Nie hörst du mir zu, wenn ich auch mal etwas von dir möchte!” “Du verstehst überhaupt nichts!” Wenn wir uns als Eltern wertlos für andere Familienmitglieder fühlen, liegt oft es daran, dass das was wir tun, tatsächlich nicht besonders wertvoll ist. Weder für uns noch für die anderen. Ob wir es nun als “Erziehung”, “Rücksichtnahme” oder “Liebe” bezeichnen. Einzig und alleine zählt die Wirkung unserer Tat in der Familie.

Abstillen in 4 Phasen

Muttermilch – Der Zaubertrank Die Nähr- und Inhaltsstoffe in der Muttermilch passen sich der Entwicklung unserer Kinder in jeder Phase an. Muttermilch schützt vor Infektionen und Krankheiten. Darüber hinaus wirkt das Saugen beruhigend auf das Kind – meist auch auf die Mama. Durch das Stillen wird das Kuschelhormon Oxytocin ausgeschüttet, welches den Blutdruck vermindert und uns entspannter macht. Dieses Hormon bewirkt auch, dass wir uns stärker an unser Kind binden. Zudem decken unsere Kinder (im 2. Jahr) aus der Muttermilch ihren Eiweißbedarf zu 38%; Vitamin A zu 100 %, Vitamin C zu 95 %, Niacin zu 41 %, Riboflavin zu 21 %, Folsäure zu 26 %, Kalium zu 44 %, Eisen zu 50 %. Abstillen Das biologische Abstillalter liegt, laut verschiedenen Berechnungen der amerikanischen Anthropologin Katherine Dettwyler, bei mindestens 2,3 Jahren bis maximal 7 Jahren. Gesunde Kinder behalten ihren Sauginstinkt bis zum Alter von 4 – 7 Jahren. Was wir als Langzeitstillen betrachten, ist in vielen Kulturen die Norm und entspricht dem, was Kinder aus biologischer Sicht „erwarten“. All diese Informationen lassen die Aussage “WAS, du stillst noch?!” ganz …

So kriegst du deine Wut in Griff

Deine Wut stoppen anstatt dein Kind damit zu verletzen

Kann man seine Wut stoppen? Stell dir folgende Situation vor: Neugierig kommst du ins Wohnzimmer gelaufen. Dein Kind hat nach dir gerufen, es steht direkt vor eurer geliebten Couch. Dein Wonneproppen singt fröhlich vor sich hin und wippt dabei lustig mit seinem Po. Gerade, als du entzückt ins Lied mit einstimmen willst, siehst du den Stift in seiner Hand. OH MEIN GOTT, NEIIIIIIIN !!! Auf der Couch sind hunderte schwarze Filzstiftstriche und mit jeder Sekunde werden es mehr. Dein Kind hat dich jetzt bemerkt, es sieht dich an und erstarrt vor lauter Schreck. Deine Mimik gleicht nämlich inzwischen der, eines Monsters aus der tiefsten Unterwelt.

emotionale Erlebnisse verarbeiten

Hilf deinem Kind emotionale Erlebnisse zu verarbeiten

Erlebnisse mit starken Gefühlen verarbeiten (Das kindliche Gehirn)   In meinem letzten Beitrag ging es unter anderem um die Vernetzung der rechten mit der linken Gehirnhälfte. Hier ist der Beitrag zum Nachlesen: Was geht wirklich in unseren Kleinkindern vor? In diesem Beitrag will ich euch noch mehr über das kindliche Gehirn und Möglichkeiten unseren Kindern zu begegnen, berichten. Benennen, um es zu zähmen – starke Gefühle beruhigen   Unser Kind stürzt mit seinem Fahrrad, es verliert sein geliebtes Haustier, das Kind erlebt einen Autounfall mit, es geht im Kaufhaus verloren, ein anderes Kind verletzt es, ein Hund schnappt nach ihm … Wenn unsere Kinder schmerzhafte, enttäuschende oder angstauslösende Momente erleben, werden sie meist davon überwältigt. Die rechte Hirnhälfte überschwemmt das Kind mit großen Emotionen und Körperempfindungen, es bleibt förmlich in seinen Gefühlen hängen. Wir Eltern können jetzt der Fels in der Brandung sein, indem wir unserem Kind helfen seine logische, linke Gehirnhälfte zu integrieren, um seine Gefühle zu ordnen. Eine für das Kind sehr heilende Wirkung, hat das gemeinsame Erzählen der angstauslösenden oder schmerzvollen Erfahrung.

Warum hauen Kinder

Wieso hauen Kinder?

Mein Kind haut mich Früher habe ich es sehr persönlich genommen, wenn mich mein Herzensglückskind in seiner Wut gehauen hat. Ich war zutiefst verletzt und hab meine ganze Energie darauf verwendet, um ihm klar zu machen, dass er mich nicht schlagen soll. Es gibt viele Möglichkeiten warum Kinder hauen, hier im wunderbaren Blog “Die Physik von Beziehungen” könnt ihr einige nachlesen. https://diephysikvonbeziehungen.wordpress.com/2016/04/30/6-gruende-warum-kleine-kinder-hauen/ Hauen innerhalb eines Wutausbruchs Was hat mich dahin geführt, dass ich sein Hauen nun O.K. finde und ich sogar Verständnis dafür aufbringe? Ich habe mich erst mal mit Sozialpsychologie und Entwicklungspsychologie beschäftigt. Ich möchte euch hier einige Fakten näher bringen, wie unsere Kleinkinder denken: Ich hasse Mama – Ich liebe Mama Erst ab dem 10. Lebensjahr können Kinder zwei gegensätzliche Gefühle, in einer Situation gleichzeitig haben. (Harter und Buddin, 1987) Also die Wut auf mich, weil ich ihm zum Beispiel das teure Auto nicht kaufen will und die Liebe zu mir, bzw. dass er mir nicht weh tun will. Ihr kennt es bestimmt von euren Kindern, sie zerplatzen fast vor Liebe für euch, …

Konflikte lösen

Konflikte lösen mit nur 3 Zutaten

  Die Zauberworte sind:  Schweigen, Warten und Vertrauen 1. Schweigen Ich bemühe mich aufzuhören, meinen Sohn zu etwas zu überreden, ihn anzujammern, ihn anzumeckern, auf ihn einzureden, oder von ihm Dinge SOFORT zu wollen. Stell dir vor, die Verkäuferin an der Kasse sagt: “Geben Sie mir SOFORT 29,00 Euro, zack, zack!” Spürst du deinen Widerstand? Fühlst du dich wertgeschätzt? Unsere Kinder erleben das auch, wenn wir sagen “Zieh dir sofort die Jacke an!” oder “Komm jetzt sofort mit nach Hause!”. “Wenn Kinder keine Möglichkeit haben, nein zu sagen, können sie nicht ja sagen. Dann können sie höchstens jawohl sagen. Aber sie wissen: So bin ich ja nichts, so bin ich nur ein Soldat.” Jesper Juul Also sage ich meinem Sohn freundlich, was ich persönlich gerne hätte und schweige.

Imagodialog

Der Imago-Dialog mit Kindern

“Mein Kind hört mir nicht zu!” “Ich muss alles tausend Mal sagen!” “Mein Kind ignoriert mich, wenn ich was sage!”   Wir verlangen von unseren Kindern, dass sie uns zuhören. Doch wann hören wir ihnen wirklich zu? Wie oft nehmen wir uns Zeit für ihre Gefühle und Gedanken? Wir können kurz inne halten – uns gedanklich leer machen und ohne Bewertung einfach nur zuhören.

Redet miteinander

Redet mit Euren Kindern!

“Mein Sohn wird so schnell wütend, ich weiß nicht was ich tun soll.” “Mein Sohn haut seine kleine Schwester, ich bin so verzweifelt!” “Meine Tochter mag plötzlich nicht mehr in den Kindergarten, ich bin unschlüssig was ich tun soll.” “Meine Tochter lässt sich nicht anziehen, ich weiß nicht wie ihr ihr helfen kann.” “Wir haben alles Mögliche ausprobiert, nichts hat geholfen…”   Jesper Juul, ein großartiger Familientherapeut, schlägt verzweifelten Eltern unter anderem das vor: Sprich mit deinem Kind darüber! Bereite dich auf das Gespräch vor, schreibe auf was das Verhalten deines Kindes mit dir macht. Rede mit deinem Kind so, wie du mit einem guten Freund sprechen würdest. Sei ehrlich, sag dass du keine Ahnung hast was du falsch machst, dass du alles versucht hast und nichts geholfen hat. Wenn du es dann liest und es dich zu Tränen rührt, dann ist es genau richtig.  Es wird dein Kind erreichen. Lade dein Kind auf ein Stück Kuchen ein und trage dein Anliegen vor. Frage dein Kind anschließend,  was es dazu sagt und ob ihm eine …