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Zeige dich verletzlich

Zeig dich verletzlich – So gelingt die Beziehung zu deinem Kind

Achtäugiges Monsterkind?   Mein Herzensglückskind kommt mit deinem riesengroßen Dinosaurier um die Ecke gehuscht. Freudestrahlend sagt er: „Mama, der Dinosaurier ist der aller-coolste, den ich je gesehen hab. Den will haben!“ Auf dem Preiszettel, welcher dem monströsem Tierchen um den Hals hängt steht: „nur 199,90 EUR“. Puh, das ist kein Schnäppchen. Mein Sohn will schon zur Kasse des Spielzeugladens stapfen. Ich denke an unseren sehr niedrigen Kontostand. Es kamen mehrere Zahlungen zusammen, der Sommerurlaub muss auch noch bezahlt werden. Ich stelle mir im Geiste vor, wie laut der Protest meines Kindes sein wird, wenn ich ihm seinen sehnlichen Wunsch verwehre. Mein Kind gibt dem lebensgroßen Dinosaurier inzwischen einen Kuss und drückt ihn fest an sich. Mist.  Wenn ich mich in etwas verliebe, dann will ich es auch haben. Als ich vor ein paar Monaten im Schmuckladen zufällig DIE perfekte Kette für mich fand, gab es kein Halten für mich. Nein, ich konnte nicht bis zu meinem Geburtstag oder gar bis Weihnachten warten. Ich wollte die Kette und zwar SOFORT!  Doch da bricht das Mitgefühl für mein …

Mein Kind will nicht heimgehen

Mein Kind will nicht heimgehen

Nein, ich will noch hier bleiben! (Das Kind will nicht heimgehen)   An einem sonnigen Nachmittag auf einem Kinderspielplatz… „Ich zähle bis 10! Dann kommst du da runter und wir gehen!“ kreischt eine Mama, welche ihr Kind mit diesen Worten zum Gehen bewegen will. „Zähl lieber bis hundert.“ denke ich still vor mich hin. „Wenn du nicht sofort herkommst, dann kriegst du nachher eben kein Eis!“ sagt ein Papa mit grimmiger Miene zu seiner zuckersüßen Tochter. „Voll gemein!“ flutscht es aus mir heraus. Der Papa schaut mich verwirrt an, schüttelt den Kopf und geht. „Komm jetzt endlich oder willst du mich traurig machen?“ sagt eine Mama mit leidendem Gesicht zu ihrem Sohn. Ich schaue hoch (sitze gerade am Boden, weil mein Sohn meine Füße im Sand eingräbt) und sage „Ich denke, er will nur spielen.“   Unverhofft kommt oft (Mein Kind will nicht heimgehen) Einen Tag später sitze ich vollkommen verzweifelt am Beckenrand des Thermenschwimmbeckens. In diesem Moment bin ICH stark versucht, bis zehn zu zählen oder eine fiese Erpressung auszusprechen. Denn ich fühle zunehmend hilfloser. …

Hände waschen ist nicht schwer

Händewaschen ist nicht schwer?

Ich bestimme über meinen Körper!   Wasch dir sofort die Hände, sonst … Das Kind zu zwingen, sich die Hände zu waschen, ist für die Beziehung zum Kind nicht besonders förderlich. Außerdem lernt es so, dass andere über seinen Körper bestimmen dürfen. Dies gilt auch für Haare waschen, Baden, usw. Wir kennen alle Menschen, die sich, nach dem sie auf dem Klo waren, NICHT die Hände waschen. Wenn das unser Partner machen würde, würden wir ihn dann ins Bad schleifen und ihn zwingen sich die Hände zu waschen? Sicher nicht. Woher nehmen wir das Recht, dies bei unserem Kind zu tun? Kinder haben anfangs keine Ahnung, wozu dieses Händewaschen gut sein soll (ganz besonders, wenn sie nicht ersichtlich schmutzig sind), erst wenn es für sie Sinn ergibt, dann machen sie es auch. Klar, kann ich daran erinnern „Komm mit, wir gehen Händewaschen.“ Doch dem Kind zu drohen oder es hoch zu heben und ihm gegen seinen Willen die Hände zu waschen, ist so respektlos. Drohungen, Erpressungen und das Kind zu etwas zwingen, ist in jeder …

Anfängergeist

Wie der Anfängergeist dir hilft, in die Gegenwart zu kommen

Anleitung zum Unglücklichsein   „Schubs mich nochmal an, Mama!“ ruft mein Sohn quietschvergnügt. Ich überlege gerade, was ich heute kochen soll. Nein, ich koche nicht besonders gerne. Mein Mann und mein Kind sind noch dazu nicht gerade leicht zufriedenzustellen. Mal überlegen, Spaghetti Bolognese? … nein, das hatten wir erst vor zwei Tagen … Mohnnudeln? … Hm, etwas gesündere Kost würde uns nicht schaden … Ah, ich hab´s: Gemüseauflauf! … Hm, da bräuchte ich noch ein paar Kartoffeln. Mist, der Laden um die Ecke schließt in 10 Minuten! Wie mache ich jetzt meinem Kind klar, dass wir jetzt sofort gehen und wir nicht (wie versprochen) noch eine viertel Stunde, hier auf dem Spielplatz bleiben? Das gibt bestimmt ein riesen Theater. In letzter Zeit habe ich sowieso das Gefühl, dass ich mich ganz schön oft nach meinem Kind richte. Mein Sohn verweigert sich jetzt bestimmt total, wenn ich ihm meine Pläne eröffne. Ich hasse es, wenn ich ihn zu etwas überreden muss. Wenn ich ihm meine Pläne ankündige, schreit er bestimmt die ganze Stadt zusammen und alle denken, …

Eltern-Meditationsreise

Ich habe keine Zeit für mich! – oder doch?

Keine Vergangenheit, keine Zukunft … kein Problem.   „Man braucht ein Dorf um ein Kind groß zu ziehen“, wie habe ich diesen Spruch gehasst! Warum? Ich hatte einfach kein Dorf. Damals lebten wir 800 km von meinem ursprünglichen Heimatort entfernt. Mein Sohn war gerade 2 Jahre alt, ich kannte dort keine Menschenseele. Mein Mann arbeitete von früh bis spät. Es gab tagsüber nur mich und mein Kind. Keine Oma, die mir eine Pause verschaffen konnte. Keine Tante, welche es mir ermöglichte durchzuatmen. Ich sehnte mich manchmal schon nach dem Aufstehen danach, dass es endlich Abend wird. Damit ich endlich Zeit für mich und meinen Partner habe. Doch oft holte mich genau dann die Müdigkeit ein und schickte mich früh ins Bett. Ich verbrachte viel Zeit damit, deshalb in einem Meer voller Selbstmitleid zu ertrinken. Mein Fokus richtete sich stets auf den scheinbaren Mangel an „Zeit für mich“. Meine Überzeugung war, dass ich tagsüber nicht wirklich, ich sein kann. Denn ich musste mich um mein Kind kümmern, eben Mama sein. Stets dachte ich wehmütig „Ich habe keine …

wirft dein Kind Dinge

Wirft dein Kind Dinge auf den Boden?

  Jedes Verhalten unseres Kindes ist eine Strategie, um sich ein menschliches Bedürfnis zu erfüllen. Wirklich jedes? Ja. Ich nehme es gleich vorweg: NEIN, jemandem anderen weh zu tun oder jemanden zu ärgern ist KEIN menschliches Bedürfnis.   Es gibt viele Strategien um ein unerfülltes Bedürfnis zu stillen. Doch anstatt nach neuen Strategien für das Kind zu suchen, zetteln viele einen unnötigen Kampf gegen das Kind an. So oft lese ich auf Facebook, dass sich Eltern angegriffen fühlen, weil das Kind (ab einem bestimmten Alter) bewusst Dinge auf den Boden fallen lässt oder sie wirft. Nochmals: Nein, es gibt kein Bedürfnis „Mama (Papa) ärgern“! Darum wirft dein Kind Dinge:   Bedürfnis nach Selbstwirksamkeit  

Schuldgefühle trennen die Verbindung zu unserem Kind

Schuldgefühle trennen die Verbindung zu unserem Kind

Ich mag euch ein Erlebnis erzählen, welches mir heute noch Tränen in die Augen treibt: Ein Ausraster mit Folgen Gerade will ich meine Zähne putzen, da höre einen lauten Knall, der aus dem Wohnzimmer kommt. Jetzt stehe ich wie angewurzelt in der Türe. Am Wohnzimmerboden glitzern tausend kleine Glasscherben, auf ihnen liegen weiße Pünktchen, das Wasser bildet kleine Wasserlachen, eine kopflose Ballett-Tänzerin liegt vor meinen Füßen. Ich spüre, wie mein Gesicht heiß wird. Mein Atem wird schneller. Meine Augen sind weit aufgerissen, meine Fäuste ballen sich. Der Schmerz in meiner Herzgegend verformt sich zu einem gnadenlosen Wutdrachen. Ohne nachzudenken brülle ich: „Kannst du nicht aufpassen? Du Blödmann, hast meine Schneekugel zerstört!“

Bedienst du noch

Bedienst du noch, oder lebst du schon?

Es geht heute um Kinder ab ca. 2,5 Jahren. Jüngere Kinder fühlen sich mit uns zu einer Einheit verbunden. Sie können entwicklungsbedingt die Bedürfnisaufschiebung nur begrenzt bewerkstelligen. Das könnten Anzeichen sein, dass etwas auf der Beziehungsebene (zum Kind) falsch läuft:   Du willst/kannst nicht gut „NEIN“ zu deinem Kind sagen, obwohl du es fühlst. Du erwischst dich oft, wie du dich nur halbherzig mit deinem Kind beschäftigst. Du empfindest dein Kind oft eher als Belastung, als Bereicherung. Dich ereilt öfters der Gedanke, dass du einfach abhauen willst. 😉 Du bist erleichtert, wenn dein Kind im Kindergarten, Schule, oder bei Freunden ist. Ja, solche Gedanken tun so weh!

Kind hört nicht

Dies könnten die Gründe sein, warum dir dein Kind nicht mehr zuhört.

Drei mögliche Gründe warum unser Kind nicht hört: 1. Gefühl von Wertlosigkeit   Es gibt Zeiten, in denen wir das Gefühl haben, für die anderen von weniger (oder gar keinem) Wert zu sein. Oft können, oder wollen, wir dies nicht in Worte forte fassen. Statt dessen attackieren wir unsere Lieben, mit Worten wie: „Ich bin hier ja nur noch die Putzfrau!“ „Nie hörst du mir zu, wenn ich auch mal etwas von dir möchte!“ „Du verstehst überhaupt nichts!“ Wenn wir uns als Eltern wertlos für andere Familienmitglieder fühlen, liegt oft es daran, dass das was wir tun, tatsächlich nicht besonders wertvoll ist. Weder für uns noch für die anderen. Ob wir es nun als „Erziehung“, „Rücksichtnahme“ oder „Liebe“ bezeichnen. Einzig und alleine zählt die Wirkung unserer Tat in der Familie.

So kriegst du deine Wut in Griff

So kriegst du deine Wut in Griff

Stell dir folgende Situation vor:   Neugierig kommst du ins Wohnzimmer gelaufen. Dein Kind hat nach dir gerufen, es steht direkt vor eurer geliebten Couch. Dein Wonneproppen singt fröhlich vor sich hin und wippt dabei lustig mit seinem Po. Gerade, als du entzückt ins Lied mit einstimmen willst, siehst du den Stift in seiner Hand. OH MEIN GOTT, NEIIIIIIIN !!!   Auf der Couch sind hunderte schwarze Filzstiftstriche und mit jeder Sekunde werden es mehr. Dein Kind hat dich jetzt bemerkt, es sieht dich an und erstarrt vor lauter Schreck. Deine Mimik gleicht nämlich inzwischen der, eines Monsters aus der tiefsten Unterwelt.

The Work im Umgang mit Kindern

Dein Kind ist für keines, deiner Gefühle verantwortlich – „The Work“ im Umgang mit Kindern

The Work im Umgang mit Kindern   „Ich bin wütend, weil mein Kind nicht einschläft!“ „Ich bin traurig, weil mein Kind mich immer haut!“ „Ich halte es nicht aus, wenn sich mein Kind nicht bald ändert!“ „Ich brauche von meinem Kind, dass es alleine spielt!“ „Ich bin verärgert, weil mir mein Kind nicht zuhört!“   Kein einziger dieser Gedanken, wird mehr für dich wahr sein, wenn du dich auf The Work im Umgang mit Kindern, einlässt. Neugierig? Ich erzähle dir mehr darüber! Was ist „The Work“?   Es ist ein Weg, jene Gedanken zu identifizieren und zu hinterfragen, die unser Leiden verursachen. Mithilfe von „The Work“ beginnen wir, die Realität, unsere Mitmenschen und uns selbst mit anderen Augen zu sehen und ausgeblendete Erfahrungsanteile wiederzuentdecken. Byron Katie hat diesen einfachen, aber sehr wirksamen Prozess entwickelt. Sie fand heraus, dass wir Freude und eine große Freiheit erfahren, wenn wir der Wirklichkeit so begegnen, wie sie eben ist. Byron Katie hat nicht die Antworten, aber etwas Besseres … die Fragen! Ihre Einsichten in den menschlichen Geist stimmen überein …

Mein Kind haut mich

Es ist O.K. wenn mich mein Kind haut!

Mein Titel ist ganz schön provokativ, nicht? 🙂 Mein Titel soll bedeuten, dass ich das Hauen nicht persönlich nehme und es als einen Entwicklungsschritt meines Sohnes betrachte. Ich lasse mich nicht von ihm schlagen, sondern schützte mich. Mein Kind haut mich Früher habe ich es sehr persönlich genommen, wenn mich mein Herzensglückskind in seiner Wut gehauen hat. Ich war zutiefst verletzt und hab meine ganze Energie darauf verwendet, um ihm klar zu machen, dass er mich nicht schlagen soll. Es gibt viele Möglichkeiten warum Kinder hauen, hier im wunderbaren Blog „Die Physik von Beziehungen“ könnt ihr einige nachlesen. https://diephysikvonbeziehungen.wordpress.com/2016/04/30/6-gruende-warum-kleine-kinder-hauen/ Hauen innerhalb eines Wutausbruchs Was hat mich dahin geführt, dass ich sein Hauen nun O.K. finde und ich sogar Verständnis dafür aufbringe? Ich habe mich erst mal mit Sozialpsychologie und Entwicklungspsychologie beschäftigt. Ich möchte euch hier einige Fakten näher bringen, wie unsere Kleinkinder denken: Ich hasse Mama – Ich liebe Mama Erst ab dem 10. Lebensjahr können Kinder zwei gegensätzliche Gefühle, in einer Situation gleichzeitig haben. (Harter und Buddin, 1987) Also die Wut auf mich, weil …

Konflikte lösen

Konflikte lösen mit nur 3 Zutaten

  Die Zauberworte sind:  Schweigen, Warten und Vertrauen 1. Schweigen Ich bemühe mich aufzuhören, meinen Sohn zu etwas zu überreden, ihn anzujammern, ihn anzumeckern, auf ihn einzureden, oder von ihm Dinge SOFORT zu wollen. Stell dir vor, die Verkäuferin an der Kasse sagt: „Geben Sie mir SOFORT 29,00 Euro, zack, zack!“ Spürst du deinen Widerstand? Fühlst du dich wertgeschätzt? Unsere Kinder erleben das auch, wenn wir sagen „Zieh dir sofort die Jacke an!“ oder „Komm jetzt sofort mit nach Hause!“. „Wenn Kinder keine Möglichkeit haben, nein zu sagen, können sie nicht ja sagen. Dann können sie höchstens jawohl sagen. Aber sie wissen: So bin ich ja nichts, so bin ich nur ein Soldat.“ Jesper Juul Also sage meinem Sohn freundlich, was ich persönlich gerne hätte und schweige.