Was kann ich für mich tun?
Kommentare 17

Schuldgefühle trennen die Verbindung zu unserem Kind

Schuldgefühle trennen die Verbindung zu unserem Kind
Schlechtes Gewissen bringt weder dir noch deinem Kind was

Ich mag euch ein Erlebnis erzählen, welches mir heute noch Tränen in die Augen treibt:

Ein Ausraster mit Folgen

Gerade will ich meine Zähne putzen, da höre einen lauten Knall, der aus dem Wohnzimmer kommt. Jetzt stehe ich wie angewurzelt in der Türe. Am Wohnzimmerboden glitzern tausend kleine Glasscherben, auf ihnen liegen weiße Pünktchen, das Wasser bildet kleine Wasserlachen, eine kopflose Ballett-Tänzerin liegt vor meinen Füßen.

Ich spüre, wie mein Gesicht heiß wird. Mein Atem wird schneller. Meine Augen sind weit aufgerissen, meine Fäuste ballen sich. Der Schmerz in meiner Herzgegend verformt sich zu einem gnadenlosen Wutdrachen. Ohne nachzudenken brülle ich:

“Kannst du nicht aufpassen? Du Blödmann, hast meine Schneekugel zerstört!”

Mein Herzensglückskind steht fassungslos und geschockt vor mir, seine Augen füllen sich mit Tränen. Er bückt sich und will die Scherben aufheben.

“Hör auf damit, du kannst das nicht.” zische ich ihn böse an und reiße ihm unsanft die Scherbe aus der Hand. “Du kannst es nie wieder gut machen, du bist schuld, dass sie kaputt ist!” schreie ich ihn wütend an. Mein Sohn sinkt zu Boden und weint bitterlich. Ich drehte mich um, knalle die Tür zu und laufe heulend ins Schlafzimmer. Aus dem Wohnzimmer höre ich ein flehendes “Mama!”. Doch ich rühre mich nicht von der Stelle, sondern denke gehässig: “Das geschieht dir recht!”

Die Schneekugel stammt noch aus meiner Kindheit, ich habe sie geliebt. Ich sah so gerne zu, wie die kleinen Schneeflöckchen langsam auf den Boden und die kleine Ballett-Tänzerin schwebten. Mein (inzwischen verstorbener) Papa schenkte sie mir damals. Für mich lag ein Stück Unbeschwertheit und Erinnerung an meinen Papa in Scherben. Unwiederbringlich. Unersetzbar.

Mein Mann ist jetzt bei unserem Herzensglückskind, ich höre wie sie einen Lego-Turm umwerfen und sich dabei prächtig amüsieren. (Mein Mann hat nach meinem dramatischen Abgang sofort die Aufsicht für unseren Sohn übernommen.) Ich liege im Bett, starre an die Decke und frage mich:

  • Wo sind all meine klugen Ratschläge geblieben, die ich in meinen Bog-Artikeln beschreibe?
  • Wo ist mein Respekt gegenüber meinem Kind geblieben?
  • Wo ist mein Wissen geblieben, dass mein Kind nichts gegen mich macht?
  • Wo ist meine unbedingte Liebe geblieben?
  • Wo ist meine Impulskontrolle geblieben?

Sinnlose Schuldgefühle

Aus mir kommen keine Antworten, sondern die Gewissheit: “Ich bin eine beschissene Mutter!”

Da, wo vorher Schmerz und Wut waren, machen sich jetzt Schuldgefühle breit. Mein Sohn tut mir so leid. Ich habe ihn gekränkt und verletzt. Kann er mir je wieder vertrauen? Kann er mich noch lieben? Kann ich es je wiedergutmachen?

Voller Reue und Schuldgefühlen betrete ich das Wohnzimmer, wo mein Sohn gerade ein Auto über den Bauch meines Mannes fahren lässt. Beide sehen mich erwartungsvoll an. Ich setzte mich zu ihnen auf den Boden, nehme die Hand meines Herzensglückskindes und sage ihm: “Entschuldigung, dass ich dich angeschrien hab und ich dich mit meinen Worten verletzt hab. Die Schneekugel war so wertvoll für mich, ich weiß aber, dass du sie nicht absichtlich kaputt gemacht hast.”

Mein Sohn sieht mich nur kurz an und sagt, dass ich weggehen soll, weil er gerade mit seinem Papa spielt. Autsch! Ich fange an zu phantasieren: Mein Sohn wird mir nie wieder vertrauen, die Verletzung die ich ihm zugefügt habe ist sicher unheilbar. Ich hasse mich, weil ich wegen einer Sache, die Beziehung zu meinem Kind aufs Spiel setzte. Wie konnte ich nur? Ich bin so eine schlechte Mama!

Mein Herzensglückskind ignoriert mich auch in den nächsten 2 Stunden und all meine Entschuldigungs-Versuche. Ich will, dass es wieder wie vorher ist. Ich will, dass wir wieder in Verbindung sind. Doch die Verletzung sitzt bei ihm tief. Vielleicht will er keinen Kontakt, um nicht noch mehr verletzt zu werden.

“Mama, wir können jetzt mit den Dinos spielen.” sagt er dann ganz unvermittelt. Mein Herz macht einen Freudensprung und ich umarme mein Herzensglückskind. Mein Sohn scheint all meine Gräueltaten vergessen zu haben. Das schlechte Gewissen allerdings, wohnt aber immer noch in mir.

Meine Schuldgefühle verschwinden nicht, im Gegenteil sie wachsen. Aus diesem Grund kann ich beim Spiel mit meinem Kind keine Freude meinerseits zulassen. Ich sehe in seine liebevollen Augen und hasse mich selbst: “Ich bin ein komplettes Arschloch! Wie konnte ich dieses herzensgute Kind so verletzten.” Die Schuld nagt an mir, wie ein Hund am Knochen.

Jedes Mal wenn er mich ansieht, spüre ich einen Stich in meinem Herzen. Ich entschuldige mich immer wieder, obwohl mein Kind eigentlich nur mit mir spielen will. Mein Kind ist zur Tagesordnung übergegangen, doch ich hänge in meiner Schuld fest.

Abends im Bett

Nun liege ich neben meinem Mann und meinem schlafenden Sohn im Bett. Mein schlechtes Gewissen liegt mir, wie ein riesiger Stein im Bauch. Ich klage mich selbst an, ich schimpfe mich, ich hasse mich. Nachdem sich mein Mann alles geduldig angehört hat, sagt er: “Was bringt es dir und unserem Kind, wenn du dich selbst in den Boden stampfst?” (Ich liebe seine messerscharfen Aussagen!)

Hm …  absolut nix bringt es mir! Im Gegenteil, es hat heute unser Spiel ruiniert. Mein schlechtes Gewissen hat mich davon abgehalten mit meinem Sohn über seinen Schmerz zu reden. Durch meine ewigen Entschuldigungen fühlte sich mein Herzensglückskind unter Druck gesetzt. Denn sie enthielten nur eine Botschaft “Du musst mir verzeihen und darfst nicht mehr traurig darüber sein, sonst geht es Mama schlecht!” Meine Selbstanklagen ließen mir auch keinen Raum, um mir selbst Mitgefühl für den Verlust der Schneekugel zu schenken.

Ich denke, es ist weder für uns noch für unsere Kinder gut, wenn wir zwischen der Wut auf unser Kind und unseren Schuldgefühlen zu schwanken. Beide Pole lassen kein fließen der Beziehung zu, sondern trennen uns vom Kind. Schuldgefühle trennen die Verbindung zu unserem Kind. Die Wut (auf unser Kind) verstellt uns die Sicht auf seine dahinterliegenden Bedürfnisse und darauf, dass unser Kind nichts gegen uns macht, sondern nur für sich.

Manchmal ist unser Wutdrache aber nicht mehr zu halten. Alles was wir machen können, ist an uns zu arbeiten. Hier kannst du nachlesen, wie du deine Wut besser im Zaum halten kannst: So kriegst du deine Wut in Griff

Doch wir sollten uns im Klaren sein, dass wir nicht perfekt sind. Wir sind Menschen und keine Maschinen. Tatsache ist: Es kann passieren, dass wir ausrasten.

Wir können es nicht rückgängig machen, jetzt zählt nur, was wir daraus machen.

 

Es tut mir leid

Ich sage meinem Kind, dass es mir leidtut und es nicht ok war, wie ich gehandelt habe. Ohne Vorwürfe erkläre ich, was mich ausrasten hat lassen. Dies mache ich nicht, damit mich mein Kind wieder liebt (es liebt mich immer) oder damit es aufhört darüber traurig/wütend zu sein. Ich sage nicht mehr “Entschuldigung”, denn dieses Wort bedeutet für mich, dass mir mein Sohn die Schuld nehmen soll, er mich also ent-schuldigen soll. Stattdessen soll mein Kind wissen, dass mein Handeln falsch war und es mir leid tut, dass ich ihn damit verletzt habe. Deshalb sage ich: “Es tut mir leid, dass ich … !”

Helfen es zu verarbeiten

Ich versuche die Szene gemeinsam mit meinem Kind noch einmal zu konstruieren. Alles was ich bei ihm und mir beobachtete, fasse ich in Worte: “Du wolltest mir helfen die Scherben aufzusammeln. Doch dann hab ich dich angeschrien. Hat dich das erschrocken? Hat dich das traurig gemacht …?”

Mein Herzensglückskind und ich beschlossen am nächsten Tag, die Szene nochmals nachzuspielen und aus dem “Horror-End” ein “Happy-End” zu machen. Ich komme also ins Wohnzimmer gelaufen und stehe wieder vor den Scherben (Papierschnipsel stellten diese dar) und der kopflosen Ballett-Tänzerin. Ich rufe “Oh nein meine Schneekugel ist kaputt!”.

Mein Sohn schaut mich mit großen Augen an (ich denke er trägt noch einen Teil seines Schmerzes in sich), doch dann huscht ein Lächeln über sein Gesicht. Neugierig schaue ich ihn an, er drückt sich ganz dicht an mich und sagt: “Wir können den Kopf der Ballett-Tänzerin einfach wieder ankleben.” Mir läuft ein Tränchen der Rührung über die Wange. Was für eine wunderbare Idee!

Seitdem steht die zusammengeklebte Ballett-Tänzerin auf dem Fensterbrett und erinnert mich täglich daran, nicht kopflos zu handeln.

Hier habe ich darüber geschrieben, wie wir unseren Kindern noch helfen können, solche Erlebnisse zu verarbeiten: Hilf deinem Kind emotionale Erlebnisse zu verarbeiten

Was habe ich daraus gelernt?

Jeden Abend bevor ich einschlafe, investiere ich keine Energie mehr in ein “Ach, was bin ich nur für eine schlechte Mutter” lieber stelle ich mir folgende Fragen:

  • “Was habe ich heute aus meinen Fehlern gelernt?”
  • “Was habe ich heute von meinem Kind gelernt?”
  • “Was habe ich heute über mich gelernt?”
  • “Wie kann ich es das nächste Mal besser machen?

So steige ich aus der Opferrolle aus. Denn wenn ich denke, dass ich alles falsch mache, bin ich vollkommen gelähmt. Es kann sich nichts ändern. Nein, ich kann nicht mehr rückgängig machen, was ich getan habe, doch ich kann es nutzen um daraus etwas zu lernen. Dies ist eine ganz andere Kraft als die sinnlose Selbstanklage.

Ja, ich bin ein Mensch und explodiere manchmal. Doch dies macht mich nicht gleich zur schlechtesten Mutter der Welt, sondern lässt mich Dinge lernen, die mein persönliches Wachstum voranbringen.

Wichtig ist, dass ich dafür die Verantwortung übernehme und meinen Fehler eingestehe.

Wenn ich mir dann die richtigen Fragen stelle, kann daraus etwas neues wachsen.

Was hab ich nun aus der Zerstörung meiner geliebten Schneekugel gelernt?

  • Ich habe gelernt, dass ich alleine die Verantwortung für meine zerbrechlichen Erinnerungen trage. Es ist meine Aufgabe, sie außer Reichweite aufzubewahren.
  • Ich habe gelernt, dass ich meinen Sohn nicht für meine Gewissensbereinigung benutzen darf.
  • Ich habe gelernt, dass Schuldgefühle weder mir noch meinem Kind helfen.

 

Was habt ihr heute gelernt?

 

Die Tagesrückblick-Dankbarkeits-Meditation begleitet dich im Rückblick durch deinen Tag

 

Alles Liebe

Andrea

Nutze deine Wut!

Schreist du dein Kind an und tut es dir anschließend leid?
Hast du das Gefühl nicht mehr du selbst zu sein, wenn dich die Wut überrollt? 

Das kostenlose E-Book „6 Wut-Tipps für Eltern“ enthält wirksame Möglichkeiten, wie du deine Wut zähmen kannst und 2 Meditationen von Holger (vom Poesis-Institut) welche dir unter anderem helfen können, die Stärke der Wut zu nutzen!

Hol dir das kostenlose E-Book und den Inspirationsletter!

6 Wut-Tipps für Eltern

Werbung – Affiliate Links: Wenn du meinen Blog unterstützen magst, freue ich mich, wenn du die Bücher über diesen Link bestellst. Dir entstehen dabei KEINE Extrakosten.

Mama, was schreist du so laut?  Hier kannst du nachlesen, wie du deine Wut besser verstehen und dir selbst Mitgefühl entgegenbringen kannst. Die Gewaltfreie Kommunikation ist außerdem eine wunderbare Möglichkeit die Beziehung zum Kind zu vertiefen.

 

 

Grenzen, Nähe, Respekt: Auf dem Weg zur kompetenten Eltern-Kind-Beziehung Jesper Juul beschreibt in diesem Buch einen gleichwürdigen, respektvollen Weg um seine persönlichen Grenzen zu wahren. Er nimmt deutlich Abstand von der herkömmlichen Erziehung.

 

 

Teile den Beitrag, wenn er dir gefallen hat!
Kategorie: Was kann ich für mich tun?

von

Andrea

Ich bin glückliche Mama eines Sohnes. Kaffee und Kuchen, Querdenken, sowie kitschige Liebesfilme gehören zu meinen Leidenschaften. Mein Herz schlägt für eine gleichwürdige Beziehung zwischen Eltern und Kindern.

17 Kommentare

  1. Vielen Dank für diesen wertvollen Text !
    Ich bin darauf gestoßen, weil ich genau danach gesucht habe. Es hat sich so falsch angefühlt- Schuldgefühle trennen die Verbindung, ich möchte von meinem Sohn von der Schuld befreit werden . Glasklar zusammengefasst!!
    Auch das Hängenbleiben in Schuldgefühlen möchte ich nicht vorleben. Das ist für alle Beteiligten anstrengend und kontraproduktiv.
    Die Alternative ‘es tut mir leid,….’ so simpel und für meinen Sohn keine Bürde
    Danke nochmal , auch dieses schlimme Erlebnis zu teilen und anderen damit zu helfen
    Es ist genau das was ich gebraucht habe-um etwas zu Verbessern, bei dem ich gespürt habe dass es so nicht gut ist.
    Viele liebe Grüße

    • Andrea sagt

      Vielen lieben Dank für deine Worte! Ich freue mich sehr, dass sich mein Artikel berührt hat.

      Schön, dass du dich so klar reflektierst und schaust was da in dir ist. Ich mag das sehr!

      Liebste Grüße
      Andrea

  2. Ganz ganz toller Artikel. Mir standen auch schon beim ersten Absatz die Tränen in den Augen. Das sind so schlimme Situationen! Und ich kenne es auch so gut, in der Schuld zu bleiben und dann vom Gegenüber immer wieder Absolution zu fordern und mich Xmal zu entschuldigen und zu hoffen, dass ICH mich dann endlich besser fühle. Ja, und mein Kind fühlt sich dann ganz bestimmt nicht besser, was ist mit seiner Trauer etc… PUH! Danke für Deine hilfreichen Gedanken – ich bin bis jetzt nicht darauf gekommen, das “Entschuldigung”-zu fordern zu hinterfragen! Ich mache das auch meinem Mann gegenüber, fiel mir beim Lesen auf. Ich hoffe, ich kann das zukünftig anders machen denn, wie Du schreibst, wir sind “nur” Menschen und es wird auch mal wieder passieren, dass man ausrastet (leider leider…). Am STOP sagen arbeite ich auch, aber es klappt nicht immer.

  3. Nadine Lange sagt

    Hallo Andrea,

    auch mir stiegen bei Deinem Artikel sofort die Tränen in die Augen und ich glaube, jede Mutter findet sich in Deiner Geschichte wieder.

    Dein Mut und Deine Ehrlichkeit sind berührend und mir gefällt besonders, dass Du nicht nur den ersten Schritt der Reflektierung beschreibst und das anschliessende Umdenken, sondern auch praktische Möglichkeiten aufzeigst, mit dem Kind nochmal auf die Situation einzugehen. Denn das ist eigentlich der wichtige Teil.

    Herzliche Grüsse und weiter so. Deine Artikel sind Gold wert!

    Nadine

    • Andrea Schiefer sagt

      Liebe Nadine,

      ich freue mich gerade wie ein Honigkuchenpferd über deine warmen, wertschätzenden Worte ❤

      Vielen lieben Dank! Ich freue mich so, dass dir meine Texte gefallen. Es ist mir so wichtig, den Menschen Mut zu machen in ein “miteinander statt gegeneinander” zu gehen, nicht nur mit dem Kind, sondern auch mit sich selbst ❤

      Liebste Grüße

      Andrea

  4. Ein wirklich toller Text. Ich denke, jede Mutter kennt dieses Gefühl der Wut. Noch in dem Moment, in dem ich unfair werde, weiß ich, dass es falsch ist. Trotzdem kann ich nicht aus meiner Haut. Noch ist mein Sohn sehr klein und vergisst schnell wieder. Doch bald muss ich auch mit ihm sprechen in solchen Situationen…

    • Andrea Schiefer sagt

      Liebe Hanna,

      Ja, wir sind eben Menschen. Ich würde es auch schon ganz kleinen Kindern sagen. ❤

      Liebste Grüße
      Andres

  5. Britta Reinsdorf sagt

    Hallo zusammen. Ich hatte vir kurzem eine ähnliche Situation. Ich habe meinen Sohn (4, 5) laut angeschriehen und ihn gefragt, ob er dumm sei. Er hat mich sehr verletzt und wütend angesehen und zurück gebrüllt:” Nein! Bin ich nicht! Du bist dumm!!!” Ich bin wütend in ein anderes Zimmer gegangen. Wütend auf mich! Denn er hatte recht. Ich ging nach ein paar Minuten zu ihm zurück und setzte mich vor ihn. Wir schauten uns ein paar Sekunden in die Augen. Dann habe ich ihm gesagt, dass er recht hat. Es war wirklich dumm von mir. Ich sagte ihm, dass es mir leid tut, dass ich so ausgeflippt bin. Er sah mir kurz in die Augen und fing an zu lächeln. “Ist nicht so schlimm Mama. Das kann jedem mal passieren! ” Ich hätte heule können vor Glück! Wir drückten und küssten uns. Dann haben wir gespielt, als wenn nichts passiert wäre. Ich wünschte, wir hätten alle so eine gute Seele wie unsere Kinder…..
    Viele Grüße, Britta

    • Andrea Schiefer sagt

      Liebe Britta,

      Danke fürs Erzählen deiner Geschichte. Hab ein Tränchen vor Rührung vergossen ❤ Dein Mut, dich fehlbar zu zeigen, ist Gold wert!

      Ja, diese bedingungslose, unerschütterliche Liebe ist etwas, was wir von unseren Kindern lernen bzw. erfahren können.

      Alles Liebe

      Andrea

  6. Hallo Andrea. Wir haben alle mal einen schlechten Tag oder kommen in kritische Situationen. Wie du schon selbst geschrieben hast, sind wir alle nicht perfekt. Mir sind damals hier und da auch mal Ausrutscher passiert, über die ich mich im Nachhinein echt geärgert habe. Aber diese Schuldgefühle bringen uns nichts. Ich habe mir dann für das nächste Mal vorgenommen bis zehn zu zählen oder tief durchzuatmen. Alleine der Fakt, dass wir unser Handeln reflektieren zeigt doch auf, dass wir auf dem richtigen Weg sind, anstatt auf die Schuld des Kindes zu bestehen. Toller Beitrag! 💕
    Lg Melanie

    • Andrea Schiefer sagt

      Liebe Melanie,

      ich finde die Selbstreflexion auch so wichtig! Danke für deine Rückmeldung ❤

      Liebe Grüße
      Andrea

  7. Liebe Andrea,
    danke für das Teilen dieser schmerzvollen Erfahrung und deiner wichtigen Gedanken danach! Ich glaube, im Sich-In-Schuld-Verzehren sind wir alle ziemlich gut, aber wie du schon sagst, damit manövrieren wir uns in eine Opferrolle und übergeben die Verantwortung an diejenigen, die sie keinesfalls haben, an die Kinder… Danke für deinen Mut! Katharina

    • Andrea Schiefer sagt

      Liebe Katharina,

      vielen lieben Dank für deine (für mich) wahren Gedanken ❤

      Ja, genau das ist es worauf ich aufmerksam machen will. Wir als Eltern müssen die Verantwortung für die Atmosphäre in der Familie übernehmen.

      Liebe Grüße
      Andrea

  8. Andrea Schiefer sagt

    Liebe Lucia!

    Ach, es berührt mich so, dass mein Text dich berührt hat ❤

    Ihn zu schreiben, fiel mir gar nicht leicht…

    Ja, unsere Kinder vergeben uns. Sie lieben uns bedingungslos. Von meinem Sohn konnte ich in dieser Hinsicht so viel lernen!

    Liebste Grüße
    Andrea

    • Das glaube ich dir sofort, Andrea! Hätte mich sehr gewundert, wenn es anders gewesen wäre.

      Mut und Wachstum. Und diese innere Stimme, die drängt: Schreib das auf, das ist wichtig für andere! Nein, keine Ausreden – aufschreiben und veröffentlichen! Und wenn es nur für dich selbst ist. Jetzt! (zumindest sagt das meine zu mir ;-))

      Danke! Ich schätze Authentizität so sehr! Das hilft so viel, uns näher zu kommen <3

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.