Gastbeiträge, Selbstfürsorge
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Das Spiegelbild – Selbstliebe ist die einzige Lösung – Gastbeitrag

 

Ich habe für euch einen Gastbeitrag von der lieben

Sonja,

welcher euren gnadenlosen Blick auf euch selbst einfängt und ihm die Möglichkeit gibt, sich in Liebe zu wandeln.

Danke Sonja, dass du uns deine wunderschönen Gedanken über Selbstliebe schenkst! 

 

Echt jetzt?

Das soll ich sein?

Hier bin ich, ich sitze auf unserem Bett und starre in einen Spiegel.

Was ich sehe, gefällt mir nicht.

Das soll ich sein?

Diese Frau mit den 15 Kilo zu viel (die sich dennoch zum Frühstück eine Schokotarte gegönnt hat). Diese Frau die ein Kind weniger in ihrem Leben hat, als sie sich gewünscht hat (und sich trotzdem weigert Ovulationstests in ihren Tagesablauf einzubauen).

Die, mit den mal wieder verquollenen Augen und der tiefen Denkfalte auf ihrer Stirn, die mit den schon ergrauten Haaren, dem Viertel-Teilzeitjob und dem Hang zur Küchenpsychologie. Echt jetzt?

 

Seitdem ich denken kann, möchte ich jemand anderer sein

… als ich bin, ich möchte schlanker sein, möchte keine krausen Haare, möchte leiser lachen und weniger weinen, möchte seriöser sein und weniger tollpatschig, möchte kleinere Füße und größere Augen, möchte weniger grübeln und mehr tun, möchte ordentlicher sein und weniger chaotisch, möchte eine Leidenschaft haben und nicht alles so ein bisschen können.

Möchte mir nicht so viel um das Außen Gedanken machen und weniger Schmerz in meinem Herzen spüren. Und dann blicke ich mir in diesem Moment des Schmerzes im Spiegel in die Augen, sehe meine Tränen kullern und verurteile mich wieder für das, was ich bin.

1000 Dinge kann ich nennen, die ich an mir nicht mag und die ich nicht kann. Nur Weniges fällt mir ein, dass ich an mir liebenswert finde. Seitdem ich das große Glück hatte Mutter zu werden, arbeite ich unaufhaltsam daran, mich zu einem besseren Menschen zu machen.

Das Schlimmste, was ich mir vorstellen konnte, war meinem Kind mit auf den Weg zu geben, was ich an mir so sehr ablehne. Was mein Leben so erschwert und mir so viel Freude und Leichtigkeit stiehlt.

 

Ich habe so viel getan 

… so viel gelernt, habe Workshops besucht, habe gelesen, habe Informationen gesammelt, habe an Webinaren teilgenommen, an Retreats und habe jeden Tag viele Newsletter in meinem Postfach, die mir sagen, was ich noch alles besser machen oder annehmen kann. Wie ich meine Wut begleite und mich selbst verwirkliche, wie ich in Frieden mit meiner Familie leben kann und in Vertrauen mit meinem Kind, wo es die besten Freien Schulen gibt und was ich beruflich aus mir rausholen kann.

Und dann sehe ich wieder in diesen Spiegel und es hat sich trotz all dieses Inputs nichts an mir verändert. Ich bin älter geworden, ja, aber ich lache immer noch nicht leiser, bin immer noch schneller mit meinen Worten als mit meinen Gedanken.

Ich habe immer noch nicht (auf geheimnisvolle Weise) 15 kg abgenommen, meine Füße sind immer noch groß (sie sind sogar dank der Schwangerschaft noch größer geworden). Ich bin immer noch chaotisch und ich weine so unglaublich oft.

Und während ich diese Zeilen schreibe frage ich mich:

 

Ist es wirklich dieses Spiegelbild, das mir meine Freude und Leichtigkeit stiehlt oder ist es der harte, ungnädige Blick auf meine wunderbare Unvollkommenheit?

 

Welche Angst treibt mich an?

Ich glaube, es ist die Angst anzuerkennen, dass ich bin, wer ich bin. Dass ich nichts anderes aus mir machen kann, dass ich mich nicht optimieren kann und es wohl nicht den einen Zeitpunkt geben wird, an dem ich im Schneidersitz über dem Boden schwebend, leise lächelnd in mir ruhe.

 

Ja, das da, das im Spiegel, das bin ich

… mein Leben, das ist meins, meine Eigenschaften, das sind meine. Meine Schmerzen, sind meine und auch meine Freude und mein viel zu lautes Lachen, das ist meins, ich kann mich nicht optimieren und scheinbar auch nicht wirklich – für mich sichtbar – ändern.

Und gleichzeitig darf ich neugierig bleiben auf das Leben, auf das was kommt und jedem Moment mit einer Offenheit begegnen, die lebensverändernd ist.

 

Mein geliebtes Kind

… es ist wundervoll, dass du niemandem einfach so deine Hand gibst, es ist grandios, dass du deine eigene Sprache zum Kaputt-Lachen findest, es ist wertvoll, dass du lange überlegst, bis du antwortest.

Es ist großartig, dass du alles über Autos wissen möchtest und dir Puzzle gänzlich egal sind, es ist brillant, dass du dir sehr genau überlegst wie viele Stufen du auf einmal springen möchtest.

Das ist es, was ich dir mit auf deinen ganz persönlichen Weg mitgeben kann.

Nicht mehr und nicht weniger.

Du bist schützenswert, du bist einzigartig, du bist voller Gefühle und voller Leben:

Du bist du!

 

Ich bin Sonja Blunck, Alter und Gewicht tun hier nix zur Sache 🙂

Ich habe einen 3,5-jährigen Sohn und einen wundervollen Mann, mit dem ich herrlich kontrovers diskutieren kann. Ich gehe arbeiten, liebe es laut Musik mitzugröhlen, Excel-Listen zu erstellen und habe ein Herz für Schimpfwörter.

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Kategorie: Gastbeiträge, Selbstfürsorge

von

Andrea

Ich bin glückliche Mama eines Sohnes. Kaffee und Kuchen, Querdenken, sowie THE WORK sind meine Leidenschaften. Mein Herz schlägt für eine gleichwürdige Beziehung zwischen Eltern und Kindern. Ich mag dabei helfen, dass ihr euch mit eurem kleinen Menschen wieder verbinden könnt!

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