Innere Welt der Kinder, Liebe
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Ich liebe dich, reicht nicht!

Liebe

 

Natürlich lieben wir unsere Kinder!

 

 

Doch drücken wir unsere Liebe auch so aus, dass unsere Kinder die Liebe auch spüren?

 

 
 
 

Fühlt sich unser Kind mit uns verbunden?

 

 
 
 
Ich habe einige Wege zusammengefasst, die unsere Liebe für die Kinder spürbar machen können.

 

 
 

Körperkontakt

Körperkontakt ist die Urform der Liebe. Unser Baby können wir sooft es geht tragen, oder mit ihm kuscheln. So können wir dem Baby Liebe, Geborgenheit, Trost und so vieles mehr schenken. Körperkontakt lässt das Urvertrauen des Kindes wachsen. Der alte Mythos, dass dies die Kinder “verwöhnt” ist lange überholt! Im Gegenteil, es ist ein Grundbedürfnis, welches immer erfüllt werden soll.

Unsere Kleinkinder können wir sooft umarmen und mit ihnen kuscheln, wie es dem Kind gefällt. Küsse beim Schlafengehen und Kuscheln auf der Couch sind Nahrung für die Seele, solange unser Kind das genießt. Wir können herausfinden welche Arten von Körperkontakt unser Kind am liebsten hat. Zum Beispiel kuscheln beim Lesen, mit den Fingern am Rücken des Kindes malen, eine sanfte Berührung nebenbei, den Arm um das Kind beim Fernsehen legen, eine sanfte Rückenmassage, usw.

Jedoch müssen wir daran denken, dass wir kein Recht auf den Körper unserer Kinder haben. Kein Kind sollte jemandem zum Abschied ein Küsschen oder Umarmungen geben müssen. Kein Kind soll gegen seinen Willen hochgehoben oder festgehalten werden, es sei denn es besteht Gefahr. Achten wir gut auf die Reaktion unseres Kindes, dann werden wir merken ob das Kind es genießt, oder sich innerlich dagegen sträubt. Die Integrität des Kindes muss jederzeit gewahrt werden. Wenn wir den Körper unseres Kindes respektieren, ist das der beste Schutz vor Missbrauchsversuchen!

Persönliche Wertschätzung

Wir können unser Kind wissen lassen, wie sein Dasein unser Leben bereichert. Es soll dabei nicht um die Leistungen des Kindes gehen, sondern um sein Dasein und was dies mit uns macht. Es vermittelt dem Kind, dass es von uns “gesehen” und akzeptiert wird, so wie es ist. Es soll sich wertvoll für uns fühlen, ohne sich zu verstellen oder gar etwas leisten zu müssen. Wichtig ist, dass wir es ernst meinen und es von Herzen kommt.

Ich liebe Dein Lachen! Wenn du mich umarmst, kribbelt es in meinem Bauch vor Glück! Wenn du mich anlächelst, dann kann ich nicht anders als zurückzulächeln! Ich bin so froh deine Mama zu sein! Mein Herz klopft schneller, wenn du “Ich hab dich lieb!” sagst! Ich höre dir so gerne zu! Ich liebe dich, genau so wie du bist! Wir beide gehören zusammen und ich hab dich für immer lieb! Du bist etwas ganz Besonderes für mich! Ich bin so glücklich, dass es dich für mich gibt!”

 

Ohne Worte, wird diese bedingungslose Liebe in unseren leuchtenden Augen ausgedrückt, wenn wir uns einfach über unser Kind freuen.

“Toll gemacht” ist nicht toll!

Wir können unser Kind in Liebe “sehen”. Anstatt “Das hast du toll gemacht!”, können wir es achtsam ansehen und der Situation angepasst sagen “Ich sehe das macht dir besonders viel Spaß!”, oder einfach nur “Ja, ich sehe dich!”und sich einfach mit dem Kind freuen.

Ein Kind will nicht bewertet werden und gesagt bekommen, ob es etwas “gut” oder “schlecht” macht. Jesper Juul beschreibt es im Buch “Dein kompetentes Kind” so: “Wenn ich einen guten Freund zum Essen einlade und beim Kaffee zu ihm sage: “Wie schön, mal wieder mit dir zusammen zu sein” und er entgegnet: “Du bist wirklich ein guter Koch geworden.” dann haben wir uns nicht erreicht. Dasselbe erleben Kinder.”

Wenn uns unser Kind freudestrahlend ein selbstgemaltes Bild überreicht, will es uns vielleicht seine Liebe zeigen, oder das Bild mit uns betrachten, usw. Es will aber bestimmt nicht wissen, ob es toll oder schlecht gemalt hat. Wir können sagen “Ich freue mich über dein Bild, danke dass du es für mich gemalt hast” (wenn es von Herzen kommt). Oder die Zeichnung beschreiben und das Kind z.B. fragen “Oh, da hast du aber viel rot gemalt, ist das ein Feuer?”. So zeigen wir Interesse an seinem Kunstwerk, oder bekunden unsere Freude darüber.

 

Es gibt noch viele andere Arten dem Kind unsere Liebe zu zeigen: Wir können ihm sooft wie möglich Aufmerksamkeit schenken. Außerdem können wir die Bedürfnisse unserer Kinder immer ernst nehmen und sie niemals schlecht reden. Wir können einfach Spaß mit unserem Kind haben, lasst uns wieder zu Kindern werden und herumalbern. Es ist so heilsam zusammen zu lachen. …

Unsere Liebe lässt das Selbstwertgefühl unserer Kinder wachsen.

Selbstwertgefühl ist das Wissen und Erleben, wer es ist. Es ist sozusagen der innere Kern. Wir haben das Gefühl, in uns selbst zu ruhen, uns durch und durch wohlzufühlen, wenn wir ein gutes Selbstwertgefühl haben.

(Selbstbewusstsein dagegen, welches natürlich auch wichtig ist, handelt von den Fähigkeiten und dem Können des Kindes.)

 

Viele von uns mussten in ihrer Kindheit die Liebe ihrer Eltern erst verdienen.Ich bin nur wert, geliebt zu werden, wenn ich Leistungen erbringe.” Dies prägte sich in unsere Psyche ein. Wir müssen dies nicht an unsere Kindern weiter geben, wir können damit aufhören und unserere Kinder bedingungslos Lieben!

Unsere Liebe zum Kind soll keine Belohnung für angepasstes Verhalten sein (also wenn es “brav” ist). “Ich liebe dich, aber nur wenn du so bist wie ich dich gerne hätte.” Diese Art von Liebe ist ein Tauschgeschäft, aber keine echte Liebe! Unsere Liebe soll ein Rahmen sein, der immer vorhanden ist und durch nichts erschüttert werden kann.

“Wir gießen eine Blume nicht, wenn sie blüht; wir gießen sie, damit sie blühen kann.”

Ich habe angefangen meinem Herzensglückskind zu sagen, dass ich ihn immer liebe. Selbst wenn ich wütend, traurig oder grummelig bin. Egal was auch kommt, meine Liebe wird ihm immer sicher sein.

Mein Sohn fing dann an, in verschiedenen Situationen “Herzensglück” zu sagen. Als ich ihn fragte was er damit meint, sagte er: “Das heißt, dass ich dich immer, immer lieb hab!” Diese süße Liebeserklärung habe ich zu einem Teil des Namens meines Blogs gemacht, weil es für mich bedingungslose Liebe bedeutet.

Ich bin zum Schluss gekommen “Ich liebe dich” reicht nicht, aber es kann ein guter Anfang sein ;-).

In diesem Sinne wünsche ich euch einen liebevollen Tag und hört auf euer Herz!

Andrea

 

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In diesem Buch könnte ihr alles zum Thema “Liebe zeigen” nachlesen.

 

Literaturquellen:

Von der Erziehung zur Einfühlung  (Naomi Aldort) – Arbor Verlag GmbH – 4. Neuauflage 2012

Dein kompetentes Kind  (Jesper Juul) – Rowohlt Taschenbuch Verlag –  5. Neuauflage 2011

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8 Kommentare

  1. Wenn ich einen guten Freund zum Essen einlade und beim Kaffee zu ihm sage: „Wie schön, mal wieder mit dir zusammen zu sein“ und er entgegnet: „Du bist wirklich ein guter Koch geworden.“ dann haben wir uns nicht erreicht. Dasselbe erleben Kinder.“
    Ein gutes Beispiel, da macht es gleich “klick”. Ich finde Beispiele zu bringen immer enorm wichtig, um Dinge besser zu verstehen. Vielen Dank für deinen Beitrag, wird gleich geteilt. Lg Melanie

    • Andrea Schiefer sagt

      Hallo Melanie,

      ich brauche auch immer Beispiele 🙂

      Schön, dass dich mein Beitrag erreicht hat!

      Liebe Grüße
      Andrea

  2. Hallo Andrea, das ist wirklich sehr schön geschrieben. Vor allem das Beispiel mit dem Bild finde ich bewegend. Wie oft geht die Aufmerksamkeit für unsere Kinder im Alltag unter. Dabei sollte man die Zeit, die man mit seinen Kindern hat wirklich nutzen, mal den Alltag loslassen und ganz im Hier und Jetzt bei ihnen sein. Dadurch erfährt das Kind nicht nur die Liebe, sondern fühlt sich in seiner Person wirklich ernst genommen. Ich habe einen Artikel auf meinem Blog darüber geschrieben, der meine eigene Erfahrung mit diesem Thema ausdrückt. Er beschreibt auch ein wenig, was uns hilft uns zu sammeln und unser Leben zu entschleunigen. Ganz lieben Gruß, Christina von Wimmelköpfchen -Gedanken für Eltern http://xn--wimmelkpfchen-omb.de/buddhismus-fuer-eltern-teil-2-verlangsamung-und-sammlung/#more-452

    • Andrea

      Liebe Christina, danke für dein Feedback. Ja, für uns sind es nur Kleinigkeiten (wie ein Bild wirklich anzusehen), für Kinder aber ist es essentiell gesehen zu werden. Vielen lieben Dank für deinen wunderschönen Beitrag. Die Entschleunigung ist bei uns auch ein großes Thema! Ganz liebe Grüße Andrea

    • Andrea

      Hallo Manuela! Schön dass du die Autoren auch so schätzt! Danke für deinen Beitrag… die Welt aus den Augen der Kinder sehen ist so erhellend 🙂 Deinen Beitrag “Achtsam beim Arzt” finde ich so wunderbar!
      Liebe Grüße aus NÖ zurück 😉
      Andrea

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